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Offener Brief: "Südtirol- Sehr wohl separatistische Bestrebungen"

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Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure der Tageszeitung Dolomiten!

Am Freitag, den 15. Februar brachte die Dolomiten auf Seite 3 aus
Anlass der bevorstehenden Unabhängigkeit des Kosovo eine Infografik von
J. Markart, die die Dolomiten von der Austria Presse Agentur (APA)
ungeprüft übernommen hatte. Bei dieser Karte mit der Überschrift
„Regionen mit separatistischen Bestrebungen in Europa“ scheint
ausgerechnet im Tagblatt der Südtiroler, ehemals „der Tiroler“,
Südtirol nicht mit separatistischen Bestrebungen für eine Loslösung von
Italien und damit für ein einiges Tirol auf.

Dabei begannen Südtirols separatistische Bestrebungen am Tag, nachdem in der römischen Kammer (9.8.1920) das Annexionsgesetz angenommen wurde. Der unvergessliche Kanonikus Michael Gamper schrieb am nächsten Tag: „…. So sicher und gewiss wie auf Regen Sonnenschein, so wird auf die Einsargung Tirols seine Wiederauferstehung folgen …“ und eröffnete damit die separatistischen Bestrebungen gegen die Einverleibung Südtirols.
Das erste Opfer folgte: Lehrer Franz Innerhofer (April 1921).
Ohne alle anderen Proteste und Aktionen für den Separatismus zu nennen, seien nur die Denkschrift von Kanonikus Gamper an die Alliierten  (1944) und an die 158.628 Unterschriften, damit so gut aller wahlberechtigten Südtiroler, für die Wiedervereinigung Tirols genannt. Nicht unvergessen die Männer und Frauen um Sepp Kerschbaumer, die als letztes Mittel zum Dynamit griffen, um Südtirol von Italien loszulösen, mit Opfern auf beiden Seiten.
Alle deutschen Parteien haben das Selbstbestimmungsrecht in ihrem Parteiprogramm verankert, eine Bewegung hat das Ziel der Separation eigens in ihrem Namen festgeschrieben.
Der Südtiroler Schützenbund, der Südtiroler Heimatbund und viele andere Verbände treten vehement für die Trennung von Italien ein. Auch die überparteiliche Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung sei hier genannt. Ihren separatistischen Willen bekundeten die Südtiroler auch bei einer Meinungsumfrage 2006, als jeder zweite Südtiroler für ein Los von Italien war.
Damit ist Südtirol sehr wohl „eine Region mit separatistischen Bestrebungen in Europa“. Auch die Tageszeitung Dolomiten hat als wichtigste Zeitung im Lande sich immer klar zur Tiroler Identität bekannt und das Zusammengehörigkeitsgefühl Tirols gefördert und über Initiativen dazu  anerkennend berichtet.
Deshalb ersucht Unterfertigter im Namen des Südtiroler Heimatbundes (SHB) die Dolomiten, die Infokarte „Regionen mit separatistischen Bestrebungen  in Europa“  inklusive einer kleinen Richtigstellung nochmals zu veröffentlichen und in Zukunft bei Übernahme von Berichten und Karten die nötige Aufmerksamkeit walten zu lassen.
Auch der neben der Karte abgedruckte Artikel „„Präzedenzfall“ für andere“ hätte  mit einem Südtirol- Bezug ergänzt werden können.
Da solche Fehler auch anderen Zeitungen und Medien immer wieder unterlaufen, wird dieses Schreiben als „offener Brief“ verschickt.

Tirol, den 17.2.08

Für den Südtiroler Heimatbunc
Roland Lang
Obmannstellvertreter des SHB      

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