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Offener Brief: Abgekartetes Spiel

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Lieber Georg, geehrter Obmann,
Karten spielen ist der Volkssport in Südtirol. Aber leider scheinen auch die Worte „abgekartetes Spiel“ immer mehr in Mode zu kommen.  
Denn wie anders konnte man Deinen Verzicht auf die Landtagskandidatur verstehen, der wirklich von vielen bedauert wurde? Niemand wird Deinen Einsatz für den bäuerlichen Stand in Frage stellen können, von den Enteignungen bis zur Problematik der Ausweisung von Konsortialwegen als Fahrradwege, Bergbauernunterstützung usw. galt Dein Einsatz.

Auch in der Volkstumspolitik war der SBB unter Deiner Führung aktiv, wenn er auch in letzter Zeit bedauerlicherweise zur teilweisen Anerkennung der tolomeischen Fälschungen mit der Begrüßung des Durnwalder- Vorschlages abgerutscht ist.

Der Verzicht auf die Landtagskandidatur wurde von Dir mit zu vielen Kandidaten des SBB, Frauenquote und einer „Kampfabstimmung“ begründet. Deine Meinung in Ehren, aber da Dr. Durnwalder sowieso gewählt wird, wäre es einfacher gewesen, ihn von der Liste zu nehmen, dann wären es auch nur fünf gewesen. Wäre er aber dann nicht mehr Ansprechpartner für Bauernprobleme gewesen?

Es ist für viele Bauern sowieso unverständlich, warum nur Bauernvertreter auf der SVP- Liste in den Augen des Bauernbundes die bäuerlichen Interessen vertreten. Damit wird es mir und anderen Wählern unmöglich gemacht, einen Vertreter meines Berufstandes zu wählen, weil ich mit der Wahl von Berger oder Kuenser auch der gesamten Politik der SVP   zustimme, einer Politik, die nicht den Weg eines selbstbestimmten Südtirols gehen will, nicht faschistische Namen abschaffen will und in Rom paktelt anstatt dem italienischen Staat Tschüss zu sagen. Die Aussagen des SVP- Landeshauptmannes zu den Ereignissen im Kosovo zeigen wohl klar und deutlich, welchen Weg die SVP geht!

Lieber Georg, auch Dein Weg scheint mir sehr genau abgekartet zu sein. Denn wenn Dein Verzicht auf eine Landtagskandidatur von vielen zuerst bedauert wurde, so schlug diese Meinung sofort um, als bekannt wurde, dass Du Favorit für den Vizepräsidenten der Bozner Handelskammer bist. Da die Handelskammer der Aufsicht der autonomen Provinz Bozen unterliegt, kämst Du ja als Landtagsabgeordneter für diesen Posten nicht in Frage.

Mit anderen Worten, statt eines teuren Wahlkampfes mit Risiko durch ein abgekartetes Spiel in den ebenso gut bezahlten Sessel des Vizepräsidenten der Handelskammer. Und wie der derzeitige Präsident beweist, kann man solche Posten ja bis ins hohe Alter ausüben.
Solche Kartenspiele hinter dem Rücken des Steuerzahlers sind die Gründe  für die Politikverdrossenheit der Wähler, den vielen Weisswählern und der politischen Passivität der Jugend.

Lieber Georg, gib der Gerüchteküche um Deine Person keine Chance und erkläre vorab, kein Interesse an der Handelskammer zu haben, sondern weiterhin für Deinen Bauernstand aktiv bleiben zu wollen.

Roland Lang,
Hauptausschussmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT
im Auftrag von Bauern der Umgebung

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