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Leserbrief: Toponomastik – Stadt Bozen

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André Comploi (Leserbrief vom 2. Juli) bemängelt, dass im Toponomastik-Gesetzentwurf der Süd-Tiroler Freiheit für die Ortstafel der Stadt Bozen nur Bolzano/Bozen und kein ladinisches Bulsan oder Balsan vorgesehen ist. Der Grund dafür ist: Die Amtlichkeit eines Ortsnamens richtet sich im Entwurf nach der Amtssprache in der jeweiligen Gemeinde: Deutsch und Italienisch sind in allen Südtiroler Gemeinden Amtssprache, Ladinisch nur in Ladinien.

Die Frage ist nun: Ist eine flächendeckende deutsche und italienische Amtssprache, also auch in Ladinien, sinnvoll? Wenn nicht, dann sollten z.B. in Ladinien nur die ladinischen Namen amtlich gebraucht werden, also nur Al Plan ohne St. Vigil und S. Vigilio. Andere Frage: Sollte Ladinisch als Amtssprache auf Gemeinden außerhalb Ladiniens, z.B. Bozen, ausgedehnt werden? Wenn ja, dann wäre ein Bulsan auf der Bozner Ortstafel die logische Folge. Doch solange in der Stadt Bozen nur Italienisch und Deutsch Amtssprache sind, hat Bulsan den Status eines Exonyms. Und Exonyme sollten laut UN-Empfehlungen amtlich nicht gebraucht werden. Zum Vergleich: Für die Stadt Trient gilt amtlich auch nur Trento, also weder deutsch Trient noch fassanisch Trent.

Cristian Kollmann, Südtiroler Freiheit, Laurein

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