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Leserbrief: Alkoholwarnschilder – Prävention statt Bürokratie

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Alkoholismus und Alkoholmissbrauch sind nicht nur in Süd-Tirol ernsthafte und weitverbreitete Phänomene. Umso wichtiger sind natürlich Maßnahmen der Politik um diesen Problemen Einhalt zu gebieten. Diese Herausforderungen stemmt man jedoch nicht mit Bürokratie und Beschilderungswut. Die Alkoholwarnschilder, die die italienische Regierung kürzlich aus dem Hut zauberte, lösen keine Probleme sondern schaffen nur neue. Die Betriebe haben mit zunehmender Bürokratie, unsinnigen Auflagen und unverhältnismäßigen Sanktionen zu kämpfen, die ohnehin nur bei uns umgesetzt bzw. eingehalten werden.

Nun hat der Bürokratenwahnsinn sein erstes „Opfer“ gefordert: ein
Lokalbetreiber aus Olang muss seinen Betrieb voraussichtlich für sieben
Tage schließen. Der Gastwirt hatte es versäumt das seit 23. September
obligatorische Warnschild in seinem Betrieb auszuhängen, welches die
Kunden auf die möglichen Auswirkungen des Alkoholkonsums hinweist.
Zusätzlich besteht das Schild aus einer Tabelle, welche im Detail den
vermutlichen Promillewert wiedergibt, der sich aus der Konsumation
verschiedener alkoholischer Getränke ergibt.

Die weitreichenden Probleme Alkoholismus und Alkoholmissbrauch sollten
aber besser durch Prävention bekämpft werden. Vom Elternhaus bis hin
zur Schule muss das Thema aufgearbeitet werden. Sensibilisierung statt
Schikanierung. Alibiaktionen wie die obgenannten Schilder lesen sich
zwar gut im Arbeitsbericht der Regierung, bringen aber mit Sicherheit
keine Problemlösungen mit sich. Den Wirtschaftstreibenden wird jedoch
mit fragwürdigen Auflagen und unverhältnismäßigen Strafen das Leben
erschwert. Und letztlich werden diese Bestimmungen sowieso nur in
Süd-Tirol durchgesetzt. Glaubt jemand ernsthaft, diese Schilder in
irgendeiner neapolitanischen Kneipe vorzufinden?

Stefan Zelger
Hauptausschussmitglied, Landtagskandidat und Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Tramin

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