Der Traminer Gemeinderat sprach sich in seiner gestrigen Sitzung einstimmig gegen eine Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) im Unterland, bzw. in Tramin aus. Der Süden Süd-Tirols trägt mit dem Flughafen, der Restmülldeponie und der Brennerautobahn schon genug Belastungen von Landesinteresse. „Es muss die Gesamtbelastung gelten“, so die SÜD-TIROLER FREIHEIT, die Bürgerliste und die SVP Tramin unisono. Die Verbrennung des Klärschlamms kann nicht die beste Lösung sein. Eine ökologisch wie ökonomisch vertretbarere Verwertung soll angestrebt werden.
Tramin ist laut Abfallbewirtschaftungsplan als Standortgemeinde einer
zukünftigen KVA vorgesehen. Doch weder Tramin, noch das Unterland haben
dem Bewirtschaftungsplan, bzw. der Annahme einer KVA je zugestimmt.
Zahlreiche Argumente sprechen gegen eine Verbrennung des Klärschlamms;
so erfordert die Trocknung des Schlamms einen hohen Energieaufwand,
neue Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Dioxine oder Feinstäube würden
freigesetzt und die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der
Ressourcenschonung würden außer Acht gelassen. In vielen Regionen sieht
man von Verbrennungsanlagen als Entsorgungsoption für Klärschlämme ab.
So gibt es in mehreren europäischen Ländern z.B. keine einzige KVA. Und
auch Jenseits Europas bestätigt sich der Trend in Richtung
Alternativen. In den USA bestanden 1993 noch 343
Klärschlamm-Verbrennungsanlagen, im Juni 2003 waren es 254, also um 89
weniger. Die Hauptgründe für den Rückzug der Verbrennungsanlagen sind
die hohen Kosten, das gestiegene Umweltbewusstsein und die mangelnde
Akzeptanz von Seiten der Bürger/Innen.
Aus diesen Gründen sprechen sich die Vereine, Verbände und Parteien
Tramins gegen eine Verbrennungsanlage für Klärschlämme aus. Seit 2002
geistert das Thema nun wie ein Damoklesschwert über das Unterlandler
und das Weindorf Tramin, und seitdem wurde ausschließlich über den
Standort einer Verbrennungsanlage diskutiert, eine Diskussion über
Alternativen zur Verbrennung blieb weitgehend aus. „Von Seiten der
Verantwortungsträger bei Land und OEG muss endlich eine ernsthafte
Diskussion über Verbrennungsalternativen geführt werden“ appellieren
die Traminer Räte und fügen hinzu: „Tramin lehnt eine KVA mit aller
Vehemenz ab und wird bei Nichtberücksichtigung alle politischen und
administrativen Register ziehen um die Interessen seiner Bürger/Innen
zu wahren“, so die vier Gemeinderäte der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Tramin
abschließend.
Stefan Zelger
Hauptausschussmitglied und Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Tramin



