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Unverantwortliche Panikmache: Selbstbestimmung steht nicht im Widerspruch zum Zusammenleben

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Als unverantwortlich und überzogen bezeichnet der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, die Panikmache von Durnwalder und einzelnen SVP-Exponenten, wonach das friedliche Zusammenleben durch die neu entbrannte Selbstbestimmungsdebatte angeblich in höchster Gefahr sei. Kriegsähnliche Szenarien an die Wand zu malen, mit der die Bevölkerung eingeschüchtert wird, um somit die wachsenden Selbstbestimmungsbestrebungen zu radikalisieren, ist nicht nur schäbig, sondern geradezu fahrlässig.

Die derzeit angespannte politische Situation in Süd-Tirol ist nicht
Schuld derer, die auf Missstände hinweisen, sondern die Folge einer
jahrzehntelangen Politik des Verdrängens. Wichtige Themen wie die
Toponomastik, die faschistischen Relikte, eine Aufarbeitung der
Geschichte, aber insbesondere die Zukunftsfrage Süd-Tirols, wurden
einfach nicht angegangen. Durch Schweigen lassen sich Probleme aber
nicht lösen.

Dass sich weite Teile der Bevölkerung nun mit diesen Themen
beschäftigen und die Grundsatzfrage stellen, was aus Süd-Tirol werden
soll, hat nichts mit „Unruhe stiften“ zu tun, sondern ist vielmehr
Ausdruck einer zukunftsorientierten und notwendigen Entwicklung, der
sich auch die Politik in Süd-Tirol endlich stellen muss.

Anstatt Ängste in der Bevölkerung zu schüren und mit inhaltslosen
Floskeln das friedliche Zusammenleben zu beschwören, sollte die
derzeitige Diskussion besser dafür genützt werden, all diese Themen
endlich aufs Tapet zu bringen und Lösungen auszuarbeiten.

Der Bevölkerung aber vorzugaukeln, dass die Selbstbestimmungsforderung
das friedliche Zusammenleben gefährden würde, oder es ein solches nur
bei Italien geben könne, ist vermessen und politisch fahrlässig.

Es ist das legitime Recht des Süd-Tiroler Volkes, selbst über die
eigene Zukunft zu entscheiden. Wer dies nicht anerkennen will, stellt
damit nicht nur seine antidemokratische Haltung unter Beweis, sondern
zeichnet das friedliche Zusammenleben auch als Einbahnstraße aus, das
nur so lange funktioniert, wie lange sich Süd-Tirol Italien unterordnet.

Sven Knoll
Landtagsabgeordneter
und Landesjugendsprecher der
SÜD-TIROLER FREIHEIT

Archiv, Sven Knoll
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