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Mordfall Carabinieri Tiralongo- Bereits 1966 Fakten schriftlich bekannt!

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Bereits 1966 schrieb Dr. Norbert Burger in seinem Buch  „Südtirol wohin?“  (erschienen 1966 im Druffel Verlag), so Roland Lang vom Südtiroler Heimatbund,  auf Seite 183 zum Mordfall Tiralongo wörtlich:
„Wenige Wochen nach der Urteilsverkündung im ersten Mailänder Prozeß wurde Südtirol von einer „Schreckensnachricht“ aufgewühlt. Am 4. September 1964 fiel der 25jährige italienische Carabinieri Vittorio Tiralongo in Mühlwald im Pustertal einem aus dem Hinterhalt abgefeuerten Schuss zum Opfer. Die italienischen Behörden nahmen sofort 600 Verhaftungen unter der deutschen Bevölkerung vor, in der italienischen Kammer fand eine Trauersitzung statt und in Bozen wurde die Gedenkfeier für den Getöteten mit Hassproklamationen gegen die Männer des Südtiroler Widerstandes unterstrichen.

Da gerade damals ein neuer Besprechungstermin mit Österreich in Genf vorbereitet war, wurde die Tatsache, dass die italienische Regierung trotz Tiralongos Tod zur Teilnahme bereit war, als eine „Akt der Vernunft und Generosität“ gefeiert. Der österreichische Außenminister Dr. Kreisky ließ in einer Rundfunkansprache am 5. September wissen, dass er die „ruchlose Tat der Terroristen“ schärftstens verurteile; er kündigte eine österreichische Sondergesetzgebung gegen sie an.
Als diese Erklärung über die Ätherwellen verbreitet wurde, befand sich der Mörder des Carabinieri Tiralongo bereits im italienischen Gewahrsam: Es war ein Sizilianer, der den Carabinieri umbrachte, weil dieser seiner Schwester zu nahe getreten war und sie dann nicht heiraten wollte! In kleinen Notizen war das in den  Zeitungen zu lesen; niemand widerrief das Pathos. Aus Österreich vernahm man kein Wort des Protestes gegen die stattgehabte neuerliche Verhaftungs- und Folterwelle. Der tote Tiralongo hatte seine Pflicht getan …“.

Der Südtiroler Heimatbund fordert endlich Gerechtigkeit für Siegfried Steger, Josef Forer, Heinrich Oberleiter und posthum für Heinrich Oberlechner! Was mehrere Leute zu diesem Mord sagten und aussagten, wurde bisher von den Behörden ignoriert. Es ist erfreulich, so Obmannstellvertreter Lang, dass nun mit Herrn Bruno Budroni auch ein ehemaliger Carabinieri die Unschuld der Pustra- Buam bestätigt.
Wie soll man einem Staat vertrauen, der den Mord an einem jungen Menschen ausnutzt, um politische Ziele zu erreichen und um missliebige Südtiroler lebenslänglich ins Zuchthaus zu stecken, so der Südtiroler Heimatbund.

Roland Lang
Obmannstellvertreter des Südtiroler Heimatbundes

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