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Keine Straße für den faschistischen „Missionar“ Pater Reginaldo Giuliani in Bozen!

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SÜD-TIROLER FREIHEIT spricht sich für eine rasche Umbenennung aus.
Knapp ein Jahr nach der Kundgebung der Schützen in Bozen am 8. November 2008, sind den Versprechen der Politiker, vom Bürgermeister bis zum Landeshauptmann, dem Faschismus im Land den Garaus zu machen, keine Taten gefolgt.  Den Lippenbekenntnissen folgten keine Taten, der Faschismus lebt munter weiter, so Roland Lang.
Eines von vielen Beispielen ist die Pater- Reginaldo- Giuliani- Straße.

Noch immer ist in Bozen eine Straße nach dem Mann benannt, der im Schutz der Mönchskutte faschistischen Imperialismus predigte, zum Kreuzzug gegen die ungläubigen Afrikaner und zu den Greueltaten Italiens in Ostafrika (Einsatz von Giftgas) aufrief.

Die Straße befindet sich im Stadtviertel Gries, unweit des "Siegesdenkmals".
Das Bild (aus  Geschichte des Landes Tirol, Seite 702) zeigt unerfüllte Gebietswünsche  des nationalistisch-faschistischen Italien auf Straßennamen, die ebenfalls in der Landeshauptstadt den faschistischen Imperialismus glorifizieren.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT erinnert daran, dass auch wegen faschistischer Hetzer wie Giuliani, der trotz seiner Mönchskutte offen für einen Angriffskrieg gegen fremde Völker aufrief, mehr als 1.200 junge Südtiroler der Jahrgänge 1911 bis 1913 einberufen wurden, so Roland Lang, um für das faschistische „Impero“ in Ostafrika zu kämpfen.

Auch eine Biwakschachtel am Normalanstieg zum Langkofel, 1935 vom CAI errichtet, trägt den Namen Reginaldo Giuliani.

Es wäre höchste Zeit, dass die Gemeinde Bozen und der CAI den Namen Reginaldo Giuliani für immer entfernen, denn dieser Name steht für Angriffskrieg, Faschismus, Giftgaseinsatz und eine halbe Million afrikanischer Opfer des Kolonialkrieges.

Unter solchen Namen ist ein friedliches Zusammenleben nur Schein und Trug!

Roland Lang
Bozen 2010  SÜD-TIROLER FREIHEIT

Anlage:
Foto von  faschistisch- nationalistischen "Gebietswünschen" auf Straßenschildern (Aus Geschichte des Landes Tirol, Athesia, Seite 702), die wie die Namen "faschistischer Helden" in Bozen Mussolini überlebt haben.

Hintergrundinfo: Wer war der Mann, den Bozen immer noch mit einer Straße ehrt?

Reginaldo Giuliani (1887-1936) beteiligte sich 1922 am so genannten Marsch auf Rom der Faschisten. Der Historiker Gerald Steinacher schreibt über ihn („Zwischen Duce und Negus“ Seite 23):  „Seine politischen Ambitionen konnte der nationalistische Fanatiker aufgrund des Widerstandes einiger antikirchlicher Exponenten des Faschismus nur eingeschränkt als Prediger in Turin verwirklichen. Ab 1928 fühlte sich Giuliani wieder in seinem Element: Er sah sich auf einem neuen Kreuzzug und wollte als Ritter im Zeichen des Kreuzes  Afrika vom Islam befreien. Den Ausbruch des Äthiopienkrieges begrüßte er lautstark. An der Spitze seiner „Kreuzfahrer“ fiel der Pater am 21.Jänner 1926 am Pass Uarieu in Äthiopien. Die Nachricht seines Todes verbreitete sich in Italien wie ein Lauffeuer. Dafür sorgte schon allein die Propaganda des Regimes, das einen Heldenkult um seine Person inszenierte.“

Auch im Lied des faschistischen Legionärs (Cantata del Legionario) wurde Giuliani geehrt:

I morti che lasciammo a passo Uarieu
sono i pilastri del romano Impero.
Gronda di sangue il gagliardetto nero
che contro l’Amba il barbaro inchiodò.
Sui morti che lasciammo a passo Ureu
la Croce di Giuliani sfolgorò.
Duce!
Per il Duce e per l’Impero
eja eja alalà! Alalà! Alalà!

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