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Liste mit historisch mehrsprachigen Ortsnamen

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Die aktuellen Polemiken rund um die Ortsnamengebung spitzen sich wieder einmal zu. Wie immer zeigen sie auch dieses Mal, wie wenig unsere Politiker bereit sind, sich auf einen wissenschaftlichen und somit objektiven Diskurs zu diesem Thema einzulassen. Bald jeder will irgendwie mitreden, aber wissen die Verantwortlichen wirklich, worum es überhaupt geht?

Die Süd-Tiroler Freiheit hat seit je eine streng wissenschaftliche
Position vertreten, und sie tut dies auch diesmal – mit Nachdruck! Wir
sagen Ja zu einer mehrsprachigen Toponomastik, aber nur dort, wo diese
sprachhistorisch begründet, nicht faschistisch belastet ist und nicht
der Zwangsbeglückung dient!

Der Sprachwissenschaftler und ehemalige Landestoponomast Cristian
Kollmann hat in Jahre langer Arbeit durch das intensive Studium der
historischen Quellen sowie durch die Befragung von Sprechern der
halbladinischen Mundarten am Nonsberg und des Ladinischen eine Liste mit
den historisch mehrsprachigen Ortsnamen des heutigen Südtirols
erarbeitet. Diese Liste bildet die Grundlage für einen
Toponomastik-Gesetzesentwurf der Süd-Tiroler Freiheit, der vom
Südtiroler Landtag bisher stets abgelehnt wurde. Trotzdem haben wir die
Hoffnung nicht aufgegeben, dass unsere verantwortlichen Politiker sich
in naher Zukunft auf einen wissenschaftlichen Diskurs einlassen mögen.
Dieser fängt damit an, dass man sich endlich ernsthaft die Frage stellt,
welche Ortsnamen im Gebiet des heutigen Südtirols genuin und nicht nur
zum Schein mehrsprachig sind. Damit sich jeder ein Bild machen und somit
seine (auf der Wissenschaft basierende) Meinung bilden kann, stellen
wir diese Liste online. Auch eine Liste mit den wichtigsten Tiroler
Ortsnamenquellen aus der Zeit vor 1918 stellen wir zur Verfügung.

Archiv, Cristian Kollmann
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