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Ortsnamenstreit: Gesetzentwurf zur Abschaffung der faschistischen Namensdekrete eingereicht

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Im Streit um die Süd-Tiroler Ortsnamen hat der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, heute einen Gesetzentwurf im Landtag eingereicht, mit dem die faschistischen Namensdekrete abgeschafft werden sollen. Durch deren Abschaffung würde den faschistischen Namen der alleinige amtliche Status genommen und somit die Voraussetzung geschaffen, ein Gesetz zur Regelung der Ortsnamen zu erlassen.

Das Kernproblem des Ortsnamenstreites sind die faschistischen Namensdekrete von 1923, 1940 und 1942, mittels derer alle historischen Namen abgeschafft und durch größtenteils pseudoitalienische Erfindungen ersetzt wurden. Diese faschistischen Namensdekrete bilden bis heute die alleinige Basis der amtlichen Ortsnamengebung in Süd-Tirol.
Bevor eine Regelung der Ortsnamenfrage daher auch nur angedacht werden kann, bedarf es der  Beseitigung dieser faschistischen Dekrete.

Da laut Artikel 8, Absatz 2 des Autonomiestatuts die Provinzen befugt sind, auf dem Gebiet der Ortsnamengebung Gesetzesbestimmungen zu erlassen, ist der Süd-Tiroler Landtag somit das dafür zuständige Organ.

Erst wenn diese Dekrete außer Kraft gesetzt sind, kann in der Folge mit einem Gesetz geregelt werden, welche deutschen, ladinischen und italienischen Namen in Süd-Tirol amtliche Gültigkeit besitzen.

Die faschistischen Namensdekrete sind aber auch aus politischer Sicht nicht länger hinnehmbar, da sie Ausdruck einer menschenverachtenden Ideologie sind. So heißt es wörtlich: „Massnahmen für das Hochetsch zum Zwecke einer geordneten, schnellen, wirksamen Aktion zur Assimilierung und Italienisierung“.
Niemand kann es Süd-Tirol verdenken, Dekrete mit einer solchen Absicht abzuschaffen.

Als im Dezember 2009 die italienische Regierung genau diese faschistischen Dekrete wieder neu auflegte, hat das Land aufs schärfste dagegen protestiert und sogar Rekurs eingereicht.

Die SVP kann nun beweisen, dass es ihr ernst ist, endlich eine Lösung des Ortsnamenstreites zu finden.
Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll erwartet sich daher auch von der SVP die volle Unterstützung für diesen Gesetzentwurf, da kein demokratisch gesinnter Mensch etwas gegen die Abschaffung solch menschen- und kulturverachtender Dekrete aus der Faschistenzeit haben kann.

L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

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Kraftwerkprojekt am Schwarzenbach – SÜD-TIROLER FREIHEIT hat Bedenken
Einzige Gegenstimme von der Süd-Tiroler Freiheit

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