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Zeichen setzen gegen totalitäre Ideologien

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Der Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit im Brixner Gemeinderat, Hartmuth Staffler, hat einen Beschlussantrag eingebracht, mit dem er eine Ehrung der von den Faschisten verfolgten jüdischen Mitbürgerin Lea Pincherle erreichen will. Damit solle der Gemeinderat ein Zeichen gegen alle totalitären Ideologien setzen, meint Staffler.

Die aus einer reichen jüdischen Familie stammende Lea Pincherle hatte
die alte Dompropstei am Brixner Domplatz im Jahr 1936 gekauft. Da Lea
Pincherle mit dem Alpinigeneral Augusto Bauzano verheiratet war, wurden
die faschistischen Rassengesetze von 1938 gegen sie zunächst nicht
angewendet. Nach dem Tod ihres Mannes war dieser Schutz dahin und Lea
Pincherle wurde aufgrund der Rassengesetze, die Juden Immobilienbesitz
verboten, Anfang 1942 enteignet. Das Haus ging an das italienische
Militär, dem es heute noch gehört. Die lächerliche Entschädigungssumme
für das wertvolle Haus am Domplatz reichte gerade aus, um die Flucht in
die Schweiz zu finanzieren. Zahlreiche Familienmitglieder von Lea
Pincherle kamen in Konzentrationslagern um. Eine Gedenktafel für Lea
Pincherle würde auch alle anderen Menschen ehren, die aus rassischen,
ethnischen oder ideologischen Gründen verfolgt wurden, zudem wäre sie
ein Zeichen für die Demokratie und gegen alle totalitären Ideologien,
meint Hartmuth Staffler.

Der Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit ist auch Autor des Buches
„Krummstab und Krummnase“ über den Antisemitismus in der
christlichsozialen Presse Tirols am Beispiel der „Brixener Chronik“,
einem Vorläufer-Blatt der „Dolomiten“.

Hartmuth Staffler

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