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Laurin-Brunnen muss bleiben! – SÜD-TIROLER FREIHEIT gegen eine Verlegung

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Laurin-Brunnen muss bleiben! – SÜD-TIROLER FREIHEIT gegen eine Verlegung

Die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT Bozen Stadt/Land fordert, dass der Laurin-Brunnen weiterhin am Landhausplatz in Bozen stehen bleibt. Der Forderung der Grünen, den Brunnen zu verlegen, muss eine klare Absage erteilt werden, so Roland Lang und Lorenz Puff von der Bezirksgruppe der SÜD-TIROLER FREIHEIT. Der Brunnen wurde bereits einmal aus Bozen entfernt und zwar durch die Faschisten, die es 1934 nach Rovereto verbannten!

Vor allem der
Landtagsabgeordnete Riccardo Dello Sbarba von den Grünen hatte sich im
Rahmen der letzten Landtagssitzung gegen den Verbleib des Brunnens am
Landhausplatz in Bozen gewehrt. Dello Sbarba meinte, dass er
Schwierigkeiten habe den Besuchern des Landtages den Laurin- Brunnen zu
erklären. Wie er dann das faschistische Siegesdenkmal erklären will,
bleibt für Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT offen.

Riccardo Dello Sbarba hat bei der aktuellen Fragestunde im Landtag am
11. Jänner 2011 erklärt, dass es ihm schwer falle, dieses Denkmal (!) auf
diesem Platz den Besuchern zu erklären („ …messo su questa piazza a me
provoca qualche imbarazzo a spiegare che cos’è a chi viene a trovarci
…").

Der Laurinbrunnen ist kein Denkmal, sondern ein Brunnen, welcher vom Tourismusverein Bozen als Attraktion erreichtet worden war. Wenn der Abgeordnete der Grünen Probleme hat, den Standort des
Laurinbrunnens erklären, das in Sichtweite des Rosengartens stehe, so
Bezirkssprecher Lorenz Puff verwundert, wohin möchte ihn der Grüne
Abgeordnete denn abschieben? Ins Grüne auf den Virgl, damit es niemand
mehr sieht?

Wir haben ein gewisses Verständnis für die Sensibilität gewisser
italienischer Mitbürger, die im Bezwinger von König Laurin einen
germanischen Bezwinger sehen, aber die Laurinsage entstand im 13.
Jahrhundert und er war nie ein Identifikationselement der Südtiroler.

Das Siegesdenkmal, mit dem vor allem Linke und Grüne den Laurinbrunnen
gerne fälschlicherweise vergleichen, so Lorenz Puff und Roland Lang, ist
aber für viele Italiener in Südtirol noch immer eine Bestätigung ihrer
Präsenz im Land. Aus diesem Grund wurde und wird um das Siegesdenkmal
herumpolitisiert, aber nichts geändert. Es wurde nur um 2 Millionen Euro
aufwendig renoviert. Man hat versucht, die Verantwortung für diese
Haltung der römischen Zentralregierung in die Schuhe zu schieben, aber
im Grunde genommen verstecken sich die lokalen politischen
Verantwortlichen der Italiener dahinter. Das sind die Fakten!


Zur Geschichte des Brunnen:

Um sich touristisch werbewirksam als Laurin-Stadt präsentieren zu
können, wurde in Bozen 1907 ein Laurin-Brunnen errichtet. Ausgangspunkt
des Brunnens ist der sagenhafte Zwergenkönig des Rosengartens, der im
Kampf Dietrich von Bern unterliegt. Die Geschichte wurde als
mittelhochdeutsches Heldenepos aus dem 13. Jahrhundert sowie als
volkstümliche alpenländische Sage überliefert. Letztere versucht, das
rote Glühen einer Bergregion zur Dämmerungszeit (Alpenglühen) zu
erklären, und stellt damit eine ätiologische Sage dar. Es gibt dazu auch
eine tschechische Handschrift von 1472 sowie eine dänische Bearbeitung!

Der Brunnen wurde 1933 von den Faschisten beschädigt und das Jahr darauf
in das Kriegmuseum von Rovereto verschleppt. Nach zahlreichen
Interventionen von Politikern und Vereinen, unter ihnen auch des
Südtiroler Heimatbundes, kehrte er nach Bozen zurück. Dank der
großzügigen Unterstützung der italienischen Bauarbeitergenossenschaft
CLE wurde er am Landhausplatz aufgestellt, wo er bewacht und vor
Beschädigungen einigermaßen sicher ist.

Als am Morgen des 5. Juli 1933 die Reste des Laurinbrunnens
zerschmettert am Boden lagen, frohlockte und rechtfertigte der
Totengräber Südtirols Tolomei die Untat, er sprach von einem Akt
„großmütiger Ungeduld von jungen Burschen, die von vornehmer Absicht
beseelt waren, weil damit in Bolzano ein Objekt fremdartiger Beleidigung
ausgelöscht war, das entweder nie gekannt oder schon zu lange geduldet
wurde“. Welche Freude hätte Tolomei, wenn der Wanderweg von König Laurin
erneut beginnen müsste …!

Lorenz Puff
Roland Lang
SÜD-TIROLER FREIHEIT Bozen Stadt/Land

15.01.2011

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