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Nachgeschickt: Heidegger im Abseits

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„Der Duce reitet bald nicht mehr“, schreibt Günther Heidegger im „Vorausgeschickt“ der „Dolomiten“ vom 28. Jänner. Er vergisst zu erwähnen, dass die Entfernung oder Verhüllung des Duce – sofern es überhaupt dazu kommen sollte – ein maßgebliches Verdienst der Schützen und vieler anderer Süd-Tiroler (auch der Süd-Tiroler Freiheit) ist, die gegen die faschistischen Denkmäler in Südtirol protestiert haben.

Aber damals stand Heidgger, der sich in seiner üblichen Fäkalsprache
selbst zum „Weichei“ ernannt hat, abseits, so wie er auch abseits steht,
wenn es um die Selbstbestimmung geht. Er sei ein „Weichei“, das die
Zeichen der Zeit verkenne und jetzt nicht vollbrüstig in den Chor der
Selbstbestimmungssirenen miteinstimme, schreibt Heidegger vermutlich
ironisch gemeint. Der gute Mann möge sich trösten. Es gibt weit
bedeutendere Persönlichkeiten, die die Zeichen der Zeit verkannt haben.
Selbst ein Politiker wie Gerhard Schröder hat noch kurz vor der
Wiedervereinigung Deutschlands erklärt, dass dies ein niemals
erreichbares Ziel sein. Sie ist trotzdem gekommen, weil das Volk sie
gewünscht hat und daher die Gunst der Stunde nutzen konnte. Wenn es nach
Leuten wie Günther Heidegger ginge, wäre dieses Ziel nie erreicht
worden. Wir wären dann wohl noch Höhlenmenschen und würden tapfer und
„vernünftig“ der Versuchung widerstehen, an die Möglichkeit eines
Hausbaues zu glauben. Und wären auch noch stolz, „Weicheier“ zu sein.

Hartmuth Staffler, Brixen

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