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Geraubte Kulturgüter ausfindig machen

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Geraubte Kulturgüter ausfindig machen

Nach der Annexion Süd-Tirols durch Italien wurden unzählige Kulturgüter wie Denkmäler, Straßenschilder, Hoheitszeichen, Fahnen, Dokumente und Inschriften aller Art, die aus der Zeit stammten, als Süd-Tirol noch zu Österreich gehörte, entfernt, bzw. abgebaut oder geraubt. Jede Erinnerung an die Tiroler Identität und die Österreichische Vergangenheit des Landes sollte damit verschwinden. Viele dieser Kulturgüter sind bis heute verschollen und lagern, sofern sie nicht zerstört wurden, vergessen in irgendwelchen italienischen Depots. Der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, hat daher einen Beschlussantrag im Landtag eingereicht, um diese geraubten Kulturgüter ausfindig zu machen und wenn möglich, wieder an ihre Ursprungsorte zurückzubringen.

Berühmtestes Beispiel dieser geraubten Kulturgüter ist der Bozner Laurinbrunnen, der von italienischen Faschisten gesprengt wurde und dann ins Kriegsmuseum nach Rovereto gebracht wurde, wo er über Jahrzehnte verstaubte. Heute steht der Brunnen wieder in Bozen auf dem Landhausplatz und ist somit ein gelungenes Beispiel für die Rückgabe eines geraubten Kulturgutes.

Am Eingangsportal der Franzensfeste befand sich ursprünglich ein großer Doppeladler aus Stein, der ebenfalls entfernt wurde, und sich nach Recherchen von Sven Knoll heute in der „Caserma del genio“ in Rom befindet.
Dieser Adler könnte wieder an seinem Ursprungsort aufgestellt werden, wenn sich die Landesregierung darum bemüht.

Der Doppeladler aus Mosaiksteinen, der sich an der Postbrücke von Meran befand, wurde inzwischen wieder angebracht und ist somit ein weiters Beispiel für die gelungene Wiederherstellung mutwillig zerstörter Denkmäler, die zur Geschichte der Stadt gehören.

Viele andere Schätze warten jedoch noch darauf, wieder entdeckt zu werden. An der ehemaligen Bezirkshauptmannschaft von Meran befinden sich noch Fresken unter dem Putz, die darauf warten, freigelegt zu werden, aber auch der einst über dem Eingangsportal befindliche Adler könnte dort wieder angebracht werden.

Aber auch viele Kirchen- und Schützenfahnen, Vereinsinsignien der Feuerwehr, wertvolle Dokumente aus Gemeindearchiven, sowie unzählige andere Gegenstände sind bis heute verschollen und berauben das Land somit ein Stück weit der eigenen Geschichte.

Um sich auf die Suche nach den geraubten Kulturgütern zu machen, bedarf es zunächst einer Auflistung der verschwundenen Gegenstände. Es ist dies zweifelsohne eine umfassende Arbeit, die von der Landesregierung jedoch auch als Gegenstand einer wissenschaftlich-universitären Arbeit ausgeschrieben werden könnte.

Es ist dies eine Spurensuchen nach den Zeugnissen der eigenen Vergangenheit, die zu wertvoll sind, um vergessen in irgendwelchen Depots zu verrotten, oder gar eines Tages vernichtet zu werden.

L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

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