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Schützenmarsch auch mit österreichischen Abgeordneten: Unverständliche Absagen Südtiroler Parteien

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Der Südtiroler Heimatbund (SHB) ist höchst erfreut daüber, das Südtirolsprecher NAbg. Werner Neubauer und NAbg. Mathias Venier angekündigt haben, am Schützenmarsch teilzunehmen. "Wir hoffen, dass diesem Beispiel auch weitere Politiker in Österreich folgen werden, denen auch Südtirol bei vielen Reden ein Herzensanliegen ist", erklärt Obmann Roland Lang. Unverständlich bleibt aber, warum die SVP und die Südtiroler Freiheitlichen sich von dieser überparteilichen Kundgebung für das Selbstbestimmungsrecht mit der Ausrede distanzieren, dass ein Satz im Brief der Schützen an die Abgeordneten anmaßend sei!

Natürlich muss jede Partei selbst entscheiden, ob sie an einer
Kundgebung teilnimmt oder nicht. Aber eine Partei, die im Mai 1945
gegründet wurde, um das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol, also ein
"Los von Rom" durchzusetzen, muss sich sehr mit dem einstigen
Widersacher am Tiber angefreundet haben, ansonsten wäre die
Distanzierung gegenüber dem Freiheitsmarsch wohl kaum verständlich.
Außerdem hat diese Partei am 30. Mai 1993 bei der Landesversammlung in
Meran verankert:
"Die SVP bekräftigt die Unverzichtsbarkeit des Selbstbestimmungsrechtes
der Südtiroler". Diese Bekräftigung entkräftet sich aber einwandfrei
durch die Nichtteilnahme an einer Kundgebung für dieses Recht!
 
Auch eine Oppositionspartei in Südtirol scheint sich, kurz nachdem sie
ein Verfassungsmodell für einen Freistaat Südtirol durch
Selbstbestimmung vorgestellt hat, wieder um andere persönliche Vorteile
mehr zu sorgen als um die Umsetzung eines freien Südtirol. Denn auch
diese Partei hat mangels aussagekräftigeren Argumenten das Haar nicht in
der Suppe, sondern in einer Textpassage des Schützenbriefes gefunden!
Freistaat ja- Selbstbestimmung nein?
 
Der Südtiroler Heimatbund spricht den Nationalratsabgeordneten Werner
Neubauer und Mathias Venier bereits jetzt für die Teilnahme am
Schützenmarsch seinen Dank aus. Man darf gespannt sein, welche Botschaft
sie auf ihrem Transparent mittragen werden. So sieht echte Solidarität
mit der österreichischen Volksgruppe in Italien aus!
 
Erbost über soviel politischen Kleinkariertheit in Südtirol wegen
einiger Formulierungsinterpretationen in einem Brief ruft der Südtiroler
Heimatbund nochmals alle Landsleute jeder Sprachgruppe in Südtirol auf,
am Freiheitsmarsch am 14. April teilzunehmen. Es geht bei diesem Marsch
darum, Rom zu zeigen, dass Südtirol sein Selbstbestimmungsrecht in
Anspruch nehmen und frei entscheiden will, in welcher Staatsform es
seine Zukunft gestalten will. Auch die italienische Volksgruppe in
Südtirol sollte durch eine Teilnahme bekunden, dass sie eine gesicherte
Zukunft für ihre Kinder ohne ein bankrottes Italien will.

 
Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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