Das Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Roland Lang, hat den Unterzeichnern des Abkommens für ein Doku-Zentrum im Keller des “Siegesdenkmals” einen offenen Brief geschrieben und auf die damals öffentlich verkündete Eröffnung gegen Ende des Jahres 2012 hingewiesen. Nunmehr ist zustandegekommen, was wohl alle befürchtet haben: So wie die großspurig verkündete Entfernung bzw. Verhüllung des reitenden Duce beim Finanzamt ist nichts geschehen. Im Falle Siegesdenkmal wurde als Zugabe aber trotz “Bondi Brief” das Siegesdenkmal fertig renoviert. So sieht Antifaschismus in Europa gewiss nicht aus!
An
den Regierungskommissar der Provinz Bozen
Herr Valerio ValentiAn
die Landesrätin für Kultur
Frau Sabina Kasslatter MurAn
den Bürgermeister der Stadt Bozen
Herrn Luigi SpagnolliZur Kenntnis
an die SüdtirolerSehr geehrte Damen und Herren,
Die SÜD-TIROLER FREIHEIT möchte Sie daran erinnern, dass Sie bzw. Ihr Vorgänger am 3. Jänner 2012 im Herzogspalast in Bozen ein Abkommen unterschrieben haben, mit dem unterhalb des sogenannten Siegesdenkmals ein Dokumentationszentrum entstehen sollte.
Dem Steuerzahler sollte dieses Vorhaben, mit dem das Siegesdenkmal vor der Schleifung gerettet werden sollte, mehr als 1 Million (1.034.000 Euro) abverlangen.
Die Eröffnung des Dokumentationszentrums wurde laut Landespresseamt für Ende des Jahres 2012 festgelegt, bzw. vereinbart.
Erinnern Sie sich noch an die Aussagen nach der Unterzeichnung des Vertrages?
Herr Regierungskommissar, Ihr Vorgänger Fulvio Testi bezeichnete das Abkommen als von „historischer Bedeutung“, das eine Investition in die Zukunft darstelle.
Sie, Herr Bürgermeister: „Die italienischsprachigen Bozner sollen verstehen, wo und wie die so genannte Neustadt entstanden ist und den deutschsprachigen Boznern soll vermittelt werden, warum die Italiener hierhergekommen sind.“
Frau Landesrätin: „Von außen erweckt das Siegesmonument den Eindruck, dass die Werte des Faschismus immer noch gültig seien. Über eine Schleifung sollte heute nicht mehr diskutiert werden, wohl aber wollen wir dem Bauwerk seine ideologische Aufladung nehmen.“
Da das Dokumentationszentrum unter dem Faschistendenkmal nicht innerhalb der von Ihnen- Regierungskommissar, Landesrätin und Bürgermeister- festgesetzten Zeit (Ende 2012) eröffnet wurde, drängt sich zu Recht die Frage auf, ob das medienstark verkündete Dokumentationszentrum überhaupt eines Tages Wirklichkeit wird.
Anscheinend werden diesem Projekt ebenso wie beim reitenden Duce beim Finanzamt den großen Worten keine Taten folgen. Die angepriesene Entschärfung des Denkmals, die zuallererst mit dem Entfernen der beleidigenden Aufschriften und der faschistischen Rutenbündel hätte beginnen müssen, ist damit nicht umgesetzt worden. Die sichtbare Renovierung des Denkmals aber wurde sehr wohl abgeschlossen.
Sie haben damit dem Willen zur Entschärfung bzw. Beseitigung der faschistischen Relikte in Bozen nur für populistische Zwecke missbraucht und den Südtirolern wahrhaft einen Bärendienst erwiesen.
Terlan, den 19.1.2013
Mit freundlichen Grüßen
Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT