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Kriegstreiber Battisti behält seine Straße

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Der Brixner Gemeinderat hat mit großer Mehrheit einen Beschlussantrag abgelehnt, mit dem Gemeinderat Hartmuth Staffler von der Süd-Tiroler Freiheit gefordert hatte,  die nach dem Kriegstreiber Cesare Battisti benannte Straße in Stufler Au umzubenennen, so wie sie früher geheißen hatte.

Er sei eigentlich wegen der damit verbundenen Unannehmlicheiten für die
Bevölkerung gegen die Umbenennung von Straßen, sagte Staffler. Nachdem
aber die Mehrheit in leichtfertiger und absolut undemokratischer Weise
die Um- bzw. Neubenennung von 14 Straßen (einschließlich der
Alpinistraße) durchgedrückt hat, sei es wohl angebracht, über die
Änderung eines besonders bedenklichen Straßennamens offen zu
diskutieren. Es sei in der heutigen Zeit untragbar, eine Straße nach
einem Mann zu benennen, der sich mit derartiger Vehemenz für den Krieg
Italiens gegen unser Land eingesetzt und der dann gegen seine eigenen
Welschtiroler Landsleute gekämpft hat, erklärt Staffler.

Battisti
sei von den Faschisten zum Märtyrer hochstilisiert worden und auch aus
diesem Grund als Namensgeber für eine Straße in Brixen untragbar. Die
SVP, die ihren nationalistischen Koalitionspartner PD nicht verärgern
wollte, hatte bereits im Vorfeld beschlossen, in dieser Amtsperiode
keine Straßenbenennungen bzw. Umbenennungen mehr vorzunehmen. Der PD
erkannte in der Kritik am nationalistischen Kriegstreiber Battisti
wieder einmal einen Angriff  gegen die Italiener bzw. gegen das
friedliche Zusammenleben, das anscheinend die Verehrung von
Kriegstreibern erforderlich macht, sofern es sich um Italiener handelt.

Einzig
die Grüne Bürgerliste (GBL) hatte sich eingehend mit der Person Cesare
Battisti befasst und fand daran nichts auszusetzen. Battisti habe im
Grunde das Gleiche gewollt wie die Süd-Tiroler Freiheit, erklärte
Andreas Pichler, nämlich seine Heimat aus einem anderssprachigen Staat
lösen. Das ist laut Pichler durchaus gerechtfertigt, auch wenn Battisti
die Abtrennung Welschtirols gegen den Willen der Bevölkerung mit
kriegerischer Gewalt durchsetzen wollte, während die Süd-Tiroler
Freiheit auf den Konsens und das demokratische Mittel der
Selbstbestimmung setzt.

Die Freiheitlichen erklärten sich zwar
mit dem Ziel des Antrages einverstanden, doch seien sie grundsätzlich
gegen Straßenumbenennungen, weshalb sie sich der Stimme enthielten,
ebenso wie der Unabhängige Dissinger. Der Antrag Stafflers wurde mit 21
Gegenstimmen (SVP, GBL, PD), fünf Enthaltungen und einer Jastimme
(Staffler) abgelehnt.

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