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Brixen – „Signal“ für zweisprachige Schule

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Als ein „starkes Signal“ bezeichnete SVP-Gemeinderat Willy Vontavon den auch von ihm unterschriebenen Beschlussantrag der Grünen Bürgerliste für die räumliche Zusammenlegung deutsch- und italienischsprachiger Schulen.  Das „Signal“, das Vontavon meinte, geht in Richtung zweisprachige Schule.  Der Gemeinderat Brixen sprach sich mit der einzigen Gegenstimme von Hartmuth Staffler (Süd-Tiroler Freiheit) dafür aus.

Die Grüne Bürgerliste forderte in dem Beschlussantrag, dass in Zukunft
bei Neubauten oder Generalsanierungen von Kindergärten und Schulen in
Brixen die Raumplanung so gestaltet werde, dass „ein ständiges Treffen
und ein ständiger Austausch zwischen den Schülerinnen aller
Sprachgruppen gewährleistet wird.“ Andreas Pichler von der Grünen
Bürgerliste begründete dies damit, dass nur so der gute Erwerb der
zweiten Landessprache gewährleistet werden könne. Für die italienischen
Parteien ging der Antrag zwar nicht weit genug, er sei aber immerhin ein
kleiner Schritt in Richtung zweisprachige Schule. Dem stimmte auch die
SVP in der Person von Willy Vontavon zu. Auch die Freiheitlichen hatten
an dem Antrag nichts auszusetzen. Man sei damit durchaus einverstanden,
solange der Artikel 19 des Autonomiestatutes nicht verletzt werde, sagte
Walter Blaas, wobei er übersah, dass der Zweck des Antrages eben der
Druck zur Abänderung des Artikels 19 ist, der den muttersprachlichen
Unterricht garantiert.

Lediglich Hartmuth Staffler von der
Süd-Tiroler Freiheit erklärte, dass der Antrag absolut überflüssig sei.
Es gebe gerade in Brixen außerhalb der Schulen reichlich Gelegenheit,
sich zu treffen. Zudem führen die Schulen Austauschprogramme und
Begegnungen durch. Es sei deshalb nicht notwendig, Geld für die
krampfhafte Zusammenlegung von Schulen auszugeben und falsche Signale
auszusenden. Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen seien für den
Spracherwerb nicht von oben her verordnete Zwangsbeglückungen, sondern
die Motivation der Lernenden ausschlaggebend. Es gebe in Brixen genug
Schulen, die räumlich beisammenliegen, deren Schüler deswegen aber nicht
die andere Sprache besser beherrschen.  Er selbst habe einen Kindergarten besucht, in dem die deutsche Sektion Tür an Tür mit der
italienischen lag und in dem es auch viele gemeinsame Aktivitäten gab.
Dennoch sprechen die meisten Besucher der italienischen Sektion bis
heute kein Wort Deutsch.

Hartmuth Staffler
Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Brixen

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