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20. Februar – Todestag von Andreas Hofer – Aus aktuellem Anlass: Papst und Andreas Hofer

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Beide Begriffe sind zurzeit Tagesgespräch. Papst Benedikt XVI., weil er mit Ende des Monates zurücktreten will. Und Andreas Hofer, der Freiheitskämpfer von 1809, an den wir Tiroler heute gedenken. Und beide, Papst und Hofer, finden sich im Brief „Lieber Andreas Hofer“ wieder, den Albino Luciani, der spätere Papst Johannes Paul I., im Jahre 1974 an den Mann vom Land Tirol geschrieben hat. Obwohl Hofer damals schon mehr als 150 Jahre tot war, hat ihn der „lächelnde Papst“ für seinen Mut und seinen Einsatz für Volk und Heimat gedankt.

„Lieber Andreas Hofer!
Auf einem Streifzug durch Innsbruck besuchte
ich vor einem Monat die Hofkirche, eine Franziskanerkirche, in der
Renaissance nach den Plänen unseres Andrea Civelli gebaut. Dort, links
im Schiff, fand ich euer Grabmal. Ganz in Eurer Nähe sind Josef
Speckbacher und der Kapuziner Joachim Haspinger begraben, beide
Gefährten Eurer Kämpfe.
Eigentlich habt Ihr, Wirt von St. Leonhard im
Passeiertal, zwei Arten von Schlachten geschlagen: einmal wart Ihr
ordentlicher Soldat im Krieg gegen die Franzosen 1796 und 1805; dann
wart Ihr als Partisan Haupt- und Seele des Tiroler Volksaufstandes gegen
die Bayern und Franzosen im Jahre 1809. Die unglaublich geschickte und
mutige Führung dieses Kleinkrieges hat selbst den Anhängern Napoleons
Bewunderung entlockt und Euch im Herzen des Tiroler Volkes einen Platz
als Held eingeräumt.“

Bezugnehmend auf das Denkmal auf dem
Bergisel zitiert der spätere Papst den Text auf dem Sockel: Für Gott,
Kaiser und Vaterland und meint dazu:

 „Auf dem Bergisel bei
Innsbruck haben sie Euch ein Denkmal errichtet. Der Sockel trägt die
Inschrift: „Für Gott, Kaiser und Vaterland“. Lassen wir den Kaiser
beiseite; ich wünschte mir, dass Euer menschliches und christliches
Heldentum in und außerhalb Tirols Schule macht. Verstehen wir uns
richtig: Ich will keinen Kleinkrieg!  Ich bin überzeugt, dass besonders
in einem demokratischen Italien solch ein Krieg nicht mehr notwendig
sein wird. Aber Euer christlicher Glauben, aus einem Guß, darum die
Einigkeit des ganzen Volkes, die Ihr mit Haspinger in der Stunde der
Gefahr erreicht habt:  Dies wünsche  ich mir von ganzem Herzen.
Der
Prophet Elia sagte zum Volk: „Wie lange hinkt ihr noch auf beiden
Beinen? Wenn Gott euer Herr ist, dann folgt ihm; wenn hingegen Baal euer
Gott ist, dann folgt diesem!“. Er wollte eine klare Entscheidung und
gab deutlich zu verstehen, dass man nicht zu Gott gelangen kann, ohne
sich vom Bösen zu trennen, dass man nicht auf zwei Hochzeiten
gleichzeitig tanzen kann. Mit allem unsicheren „Wer weiß?“ und „Wenn und
Aber“ hätte man Eure Tiroler nicht packen können“.

Und an viele
von uns, die wir nur am Herz Jesu Sonntag und am 20. Februar aufrechte
Tiroler sind, wird Luciano gedacht haben, als er gegen Ende seines
Briefes an Hofer schrieb:

„Zur Zeit Eures Aufstandes schlugen
sich viele Bischöfe aus Angst oder Eigennutz auf die Seite des
übermächtigen Napoleon. Ihr aus Tirol hingegen habt Napoleon und seinen
Freunden Widerstand geleistet. Ihr habt Euch auf die Seite des Papstes
Pius VII. gestellt, der gerade im Jahr 1809 Napoleon exkommuniziert
hatte, von den Franzosen verhaftet und ins Exil nach Savona gebracht
wurde. So muss man handeln, um den vielen Streitereien, die wir leid
sind und die Ärgernis geben, ein Ende zu setzen.  So kann man die
Einheit der Geister wieder herstellen, die Einheit der Kirche und des
Landes. „Für Gott und Vaterland“, wie es auf dem Bergisel geschrieben
steht.“

Leider verstarb der kerngesunde Papst Johannes Paul I
bereits im ersten Jahr seiner Amtszeit. Und ob mit den damaligen
Bischöfen nicht auch viele von uns angesprochen sind, diese Frage sollte
jeder sich selber beantworten.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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