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Faschismus wird immer salonfähiger

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Es ist bekannt, dass Italien seine faschistische Vergangenheit nie richtig aufgearbeitet hat und dass man in letzter Zeit den Faschismus immer mehr zu rehabilitieren versucht. Dieser Geschichtsrevisionismus reicht bis in die Mitte der Gesellschaft. Silvio Berlusconi hat im Wahlkampf ausgerechnet am Gedenktag für die Opfer des  Holocaust erklärt, dass Mussolini abgesehen von den Rassegesetzen auch viel Gutes getan habe.

Die Fraktionssprecherin von Beppe Grillos Bewegung 5 Stelle, Roberta
Lombardi, hat auf ihrem Blog behauptet, dass der Faschismus, „bevor er
entartete“, auch viel Gutes für das Staatsbürgerbewusstsein und für die
Familie getan habe.

Die Zeitung von Silvio Berlusconis Bruder
Paolo, „il giornale“, hat nichts dabei gefunden, am 5. März ein großes
Inserat zu veröffentlichen, mit dem ein römischer Verlag für ein neues
Buch über den Duce als Politiker wirbt. In diesem Werk, so verspricht
der Werbetext, sei alles zusammengetragen worden, was der Duce in den 20
Jahren seiner Regierung für Italien und dessen Zukunft getan habe.  Das
Buch zeige auf, dass der Duce bereits Lösungen für die Probleme parat
hatte, unter denen Italien heute leide.

Ob diese „Lösungen“ darin
bestehen, politische Gegner mit Schlagstöcken und Rizinusöl zu 
traktieren oder einfach umbringen zu lassen, wie es Mussolini gerne tat,
oder andere Länder zu überfallen und Hunderttausende von Menschen mit
Giftgas, Massenerschießungen, Todesmärschen und in Konzentrationslagern
umzubringen, um „Lebensraum“ für italienische Kolonisatoren zu schaffen,
verrät die Werbung nicht.

Hartmuth Staffler
Hauptausschussmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

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