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SVP Vertreter stimmen für weitere Alpini-Straße in Meran: Kritik der SÜD-TIROLER FREIHEIT

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Nach dem Vorschlag einer Meraner Kulturvereinigung, eine Straße nach Ezra Pound, bekennenden Bewunderer von Hitler und Mussolini, zu benennen, beschloss der Meraner Gemeinderat am Mittwochabend der Alpini-Brigade Orobica eine Straße zu widmen. Die notwendige Stimmenmehrheit kam durch die Unterstützung durch einige SVP-Ratsmitglieder, so unter anderem von Bürgermeister Günther Januth und SVP-Fraktionssprecher Gerhard Hölzl, zustande. Ganz außer acht wurde dabei gelassen, dass sich die verschiedenen Einheiten der Brigade in den 60-er Jahren am sogenannten „Antiterroreinsatz“ gegen den Süd-Tiroler Freiheitskampf in Südtirol beteiligt haben.

Die Meraner Gemeinderätin der SÜD-TIROLER FREIHEIT kritisiert in diesem Zusammenhang, dass gerade durch die Stimmen der SVP im Meraner Gemeinderat nun eine weitere Straße nach einer Alpini-Einheit benannt wird. Es wäre vielmehr notwendiger gewesen, die bereits bestehende Alpini-Straße in Meran umzubenennen, zumal die Geschichte der Alpini in Zusammenhang mit Süd-Tirol äußerst problematisch zu bewerten ist. Die Alpini wurde 1872 gegründet, um die Alpengrenzen Italiens „zu verteidigen“. In ihrer gesamten Geschichte haben sie jedoch nur Angriffskriege geführt, angefangen vom ersten Krieg Italiens gegen Äthiopien, bei dem die Alpini in der Schlacht von Adua am 1. März  1896, die für Italien mit einer kläglichen Niederlage endete, ihre Feuertaufe erhielten. Alpini waren dann am Krieg Italiens gegen die Türkei (1911) mit der folgenden brutalen Unterdrückung der Bevölkerung in Libyen beteiligt, weiters am Ersten Weltkrieg (gegen Tirol), am 2. Krieg gegen Äthiopien ab 1935 mit Massakern an der Bevölkerung, am zweiten Weltkrieg (1940 Angriff gegen Frankreich und gegen Griechenland, 1941 Balkanfeldzug und Angriff auf die Sowjetunion mit schweren Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten).

Reinhild Campidell
Meraner Gemeinderätin der SÜD-TIROLER FREIHEIT:

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