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Reinhold Messner – ein politischer Wendehals

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Reinhold Messner – ein politischer Wendehals

Reinhold Messner, der wohl bekannteste Südtiroler Bergsteiger, meldet sich nach längerer politischer Enthaltsamkeit pünktlich zu den Wahlen des Südtiroler Landtages zu Wort, um für das „System SVP“ in die Bresche zu springen. Das ist sein gutes demokratisches Recht.

Messner ist keineswegs ein Mann, der wie ein Fels in der Brandung seine politische Überzeugung vertritt. Wenn er auf der Bergspitze steht und sein Taschentuch in den Wind hält, dann nur deshalb, um herauszubekommen, woher bzw. aus welcher Richtung der momentane politische Wind weht und wie man daraus Kapital schlagen kann.

Messner war von 1999 bis 2004 für die Grünen Abgeordneter im Europäischen Parlament. Aufgrund seiner politischen Unberechenbarkeit wollte man ihn wohl dort nicht mehr haben. So bewarb er sich dann bei den bayerischen Grünen. Als er sich im Vorfeld der Wahlen für die Erweiterung des Münchner Flughafens einsetzte, entzog man ihm die Spitzenkandidatur. –Die Grünen könnten einiges über seine politischen Eskapaden erzählen, wenn sie wollten…

In den 1990-er Jahren und um das Jahr 2000 war Reinhold Messner einer der entschiedensten Gegner des „Systems Südtirol“. Er verglich es oft mit den Zuständen in der DDR. –Im „Spiegel“, Ausgabe 4/2000, unter dem Titel „Krankhaftes Nicken“ wird am Rande auch über das Verhältnis Messners zu den SVP-Größen berichtet. Aber spätestens 2002, als sein erstes „Messner Mountain Museum“ zum Teil mit öffentlichen Mitteln des Landes Südtirol gebaut wurde, fand Stück für Stück eine Annäherung an die SVP statt.

Reinhold Messner errichtete mit Hilfe des Landes mehrere Museen. Laut Wikipedia wurden für alle Museen 30 Millionen Euro ausgegeben. Die Kosten für die öffentliche Anbindung wurden nicht genannt. So übernahm das Land Südtirol teilweise Baukosten von bis zu 80%. Seitdem ist jede Kritik an der SVP und ihrem Machterhaltungssystem verstummt. Seitdem sind Lobeshymnen angesagt.

Angenommen, er wäre in der DDR aufgewachsen und seine Museen wären von der SED-Regierung finanziell unterstützt worden. Ich könnte ihm glatt zutrauen, dass er ein glühender Befürworter des „antifaschistischen Grenzwalls“ (innerdeutsche Grenze) wäre.

Wolfgang Schimank
Berlin, den 09.09.2013

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