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Nein zur Unterstützung eines Carabinieri-Denkmals – SHB schickt zur Untermauerung Buch an alle Bürgermeister

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Nein zur Unterstützung eines Carabinieri-Denkmals – SHB schickt zur Untermauerung Buch an alle Bürgermeister

2014 jährt sich das 200. Gründungsfest der italienischen Carabinieri: Einige Gemeinden in Südtirol haben einen Spendenaufruf des italienischen Gemeindeverbandes zum Anlass genommen, einen finanziellen Beitrag für die Errichtung eines Carabinieri-Denkmals in Rom zu leisten oder eine „moralische“ Unterstützung zu bekunden. Anscheinend ist den Gemeindevätern nicht bewusst, wie fragwürdig eine Unterstützung durch Südtiroler Volksvertreter ist.

Da es hier bei vielen Bürgermeistern und Gemeinderäten anscheinend einige Geschichtslücken gibt, hat der Südtiroler Heimatbund allen Bürgermeistern Südtirols das Buch „Für die Heimat kein Opfer zu schwer“ zugeschickt mit der Bitte, es aufmerksam durchzulesen und es auch an andere Gemeinderäte und schlussendlich an die örtliche Bibliothek weiterzugeben. Im Buch werden die Folterungen der Südtiroler politischen Häftlinge in den Carabinieristationen mit den „Folterbriefen“ dokumentiert und bewiesen.

Seit ihrer Gründung waren die Carabinieri bis zum Jahre 2000 Teil der italienischen Streitkräfte mit polizeilichen und militärischen Funktionen. Dazu gehörten leider auch die brutale Unterdrückung von Unabhängigkeitsbestrebungen und die Begehung schwerster Kriegs- und Menschheitsverbrechen in Libyen und Äthiopien. Auch in

Südtirol hat es nach 1918 zahlreiche dokumentierte Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen gegenüber der wehrlosen Zivilbevölkerung gegeben.

In den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts haben Angehörige der Carabinieri-Waffengattung bei der Bekämpfung der Südtiroler Freiheitskämpfer grausame Foltermethoden gegenüber wehrlosen Gefangenen angewandt. Sie sind im Buch „Für die Heimat kein Opfer zu schwer“ dokumentiert. Bis heute haben sich weder der italienische Staat noch die Führung der Carabinieri von diesen Gesetzesbrüchen und Grausamkeiten distanziert und dafür entschuldigt. Ganz zu schweigen von Wiedergutmachung!

Daher ist eine unkritische Verherrlichung der Carabinieri-Truppe ohne Aufzeigen der düsteren Seite ihrer Geschichte unangebracht. Es gilt, aus der Geschichte Erkenntnisse für die Gestaltung einer besseren Zukunft zu gewinnen!

Aus den ob genannten Gründen fordert der Südtiroler Heimatbund alle Bürgermeister bzw. Gemeinderatsmitglieder Südtirols auf, jegliche moralische wie finanzielle Unterstützung für die Verherrlichung der Geschichte der Carabinieri abzulehnen.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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