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Delegation der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Venetien

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Die Botschaft aus der Nachbarschaft – Der Markusplatz als Bühne für den Freiheitswillen – Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit nahm am 25. April an einer großen Kundgebung für die Freiheit Venetiens am Markusplatz in Venedig teil. Am Markusplatz war ein venezianisches Fahnenmeer zu sehen, mittendrin auch einige Tiroler Fahnen. Zwischen den Nachbarländern Tirol und Venedig besteht seit Jahrhunderten eine, auch durch politische und wirtschaftliche Aspekte, geprägte Verbindung. Aus aktuellem Anlaß zum Thema Selbstbestimmung in Venetien nahm eine Delegation der Süd-Tiroler Freiheit, begleitet von den Landtagsabgeordneten Sven Knoll und Bernhard Zimmerhofer, am Markusfest in Venedig teil.

Seit Bekanntwerden des erfolgreichen Ausgangs des Unabhängigkeit-Referendums in Venetien überschlagen sich dort die Ereignisse. Die Plattform plebiscito.eu mit ihrem Präsidenten Gianluca Busato initiierte Ende März ein Online-Referendum, welches die Frage zur Ausübung der Selbstbestimmung für Venetien beinhaltete. Von den 3,8 Millionen Wahlberechtigten nutzten weit über 2 Millionen Menschen diese Chance. 89% stimmten für die Unabhängigkeit Venetiens.

Zur Unterstreichung der Wichtigkeit dieser Initiative sollte am 25. April, dem Tag des Heiligen Markus, des Stadtpatrons Venedigs, eine offizielle Kundgebung am Markusplatz stattfinden. Der spürbare Unmut des italienischen Zentralstaates über die möglichen Folgeerscheinungen ließ nicht lange auf sich warten. So wurde kurzerhand am 23. April ein Verbot dieser Demonstration von Seiten der venezianischen Quästur verhängt. Die Begründungen hierfür lauteten: die Abhaltung störe die öffentliche Ordnung, der Markusplatz als Staatsbesitz sei für öffentliche Veranstaltungen nicht zugänglich, die Kundgebung könnte den Tourismusdurchfluss empfindlich stören.

Interessant dabei die Tatsache, dass am Nachmittag des 25. April die Künstler Elena Tagliapietra und der Schriftsteller Toso Fei mit zahlreichen Teilnehmer am Fuße des Markusturms sehr wohl eine Genehmigung hatten, einen „bocolo vivente“, also eine Menschenanordnung zu gestalten.

Einige hunderte Anhänger der verschiedensten Unabhängigkeitsgruppierungen Venetiens wie der Raixe Venete, der Liga Veneta, Governo Veneto, Nasion Veneta, sowie andere nach Freiheit rufende Bewegungen ließen es sich trotz aller Widrigkeiten nicht nehmen, sich zur Kundgebung zu treffen. Mit ein Grund, warum auch die Süd-Tiroler Freiheit mit einer 21köpfigen Gruppe an dieser Kundgebung teilnahm.

Von den Schaulustigen ebenso wie von den anderen Teilnehmern wurde die Delegation aufs herzlichste begrüßt und mit eingebunden. Auch das getragene T-Shirt mit der Aufschrift „South Tyrol & Veneto are not Italy“ wurde begeistert aufgenommen. Angeregt durch die Gestaltung des „bocolo vivente“ wurde von Anhängern der venezianischen Gruppen eine Menschenkette in Form eines riesigen Herzens, welches in der Mitte eine Fahne mit venezianischen Markuslöwen umschloss, gebildet. Die Botschaft dieser Formation sollte als  Mitteilung an die Welt, der Verhaltensweise gegenüber der Tradition und Geschichte der Republik Venedig verstanden werden.

Die Teilnehmer der Süd-Tiroler Freiheit sind überzeugt, dass dieses Anliegen ebenso wie der Wunsch nach Freiheit Ausdruck einer lebendigen, modernen Lebensweise sind. Aufbauend auf eigene Geschichte und Traditionen können so die Völker und Minderheiten Europas gemeinsam Richtung Zukunft schauen.

Dietmar Weithaler
SÜD-TIROLER FREIHEIT
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