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Wo geht's hier nach Pustertal-Bach?

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Der Tourismusverein Gitschberg-Jochtal hat beschlossen, die Region Mühlbach-Rodeneck-Vintl für den nicht-deutschsprachigen Markt mit „Rio Pusteria“ zu bewerben. Dieser Begriff werde auf google am häufigsten eingegeben, und der Tourismusverein wolle von dessen Bekanntheit profitieren, „um das Gebiet wirtschaftlich / touristisch weiterzubringen“. So weit die Argumentation des Tourismusvereins.

Der namensgeschichtliche und sprachpolitische Hintergrund wird dabei, wie in anderen Fällen, stets verschwiegen: „Rio Pusteria“, was übersetzt „Pustertal-Bach“ bedeutet, ist eine reine Schreibtischkonstruktion von Ettore Tolomei, dem Erfinder des „Alto Adige“. Tolomeis Namenskonstrukte dienen bis heute dazu, die Sprach- und Siedlungsgeschichte Südtirols zu manipulieren und die Südtiroler zu altoatesinisieren oder zwangszubeglücken. Ortsnamen sind identitätsstiftend, können aber auch identitätsverschleiernd und -verleugnend instrumentalisiert werden. Genau Letzteres geschieht auch im Fall von „Rio Pusteria“. Die Anbiederung an unsere Gäste mit pseudoitalienischen Ortsnamen und damit Kurzsichtigkeit, Denkfaulheit und Mitläufertum stehen im „Alto Adige“ an der Tagesordnung. Wir sind doch Blödmann.

Cristian Kollmann

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Bozen: Gefährliche Kreuzung Voltastraße – Einfahrt Eisackuferstraße
Beschlussantrag: Hinterlegung der Sprachgruppenzugehörigkeit bei den Gemeinden.

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