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Schottland hat in jedem Fall gewonnen!

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Der knappe Ausgang des Referendums in Schottland für den Verbleib bei Großbritannien lässt die SÜD-TIROLER FREIHEIT zwar nicht in Jubel ausbrechen, ist aber für die Bewegung dennoch ein Grund zur Freude: Mit einer beispielhaften Aktion hat sich Schottland als europäischer Vorreiter für die Durchsetzung des Selbstbestimmungsrechts, und zwar mit modernen demokratischen und friedlichen Mitteln, hervorgetan. Das Land im Nordwesten Europas hat durch seine Hartnäckigkeit und sein Verhandlungsgeschick nicht nur der Regierung in London, sondern der ganzen Welt bewiesen, dass Selbstbestimmung möglich ist und dass von diesem Recht nicht nur dann Gebrauch gemacht werden kann, wenn ein Volk in massiver Weise unterdrückt wird!

Dass andere Regionen in Europa dem Beispiel Schottlands folgen werden, indem diese ebenfalls die Selbstbestimmung ausüben werden, liegt mehr auf der Hand. Der nächste Anwärter steht bereits fest: Katalonien wird am 9. November über seine Unabhängigkeit abstimmen. Auch in Süd-Tirol wird der Ruf nach Selbstbestimmung immer lauter. Diesbezügliche Vorbereitungen hat die SÜD-TIROLER FREIHEIT in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits getroffen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sowohl Brüssel als auch Rom und die SVP einsehen werden müssen, dass es im 21. Jh. einfach nicht mehr zeitgemäß ist, in einer Demokratie die Selbstbestimmung der Völker und geteilten Regionen zu bekämpfen.

Der Landtagsklub der SÜD-TIROLER FREIHEIT wird in der nächsten Landtagssitzung erneut einen Gesetzentwurf zur Selbstbestimmung für Süd-Tirol zur Abstimmung bringen. Damit soll das offizielle Süd-Tirol dem Beispiel Schottlands folgen und u.a. aufgefordert werden, mit der Zentralregierung, in diesem Fall in Rom, in Verhandlung zu treten. Die Forderung nach der Selbstbestimmung muss von Süd-Tirol kommen. Freiwillig wird sie Rom den Süd-Tirolern nicht geben. Schottland hat vorgemacht, wie es geht. Maximale Forderung – so muss die Devise lauten. Erst dann ist der Zentralstaat zu Zugeständnissen bereit.

Dr. Cristian Kollmann, Pressesprecher der SÜD-TIROLER FREIHEIT

Untenstehend kurze Stellungnahmen der Landtagsabgeordneten der SÜD-TIROLER FREIHEIT zum Ausgang des Referendums

L.-Abg. Dr. Eva Klotz

Schottland ist ein Fallbeispiel für ganz Europa. Das Referendum ist, unabhängig vom Ausgang, ein Sieg für die Demokratie. In diesem Sinne wird auch die Süd-Tiroler Freiheit weiterhin für die Selbstbestimmung kämpfen.

L.-Abg. Sven Knoll

In kürzester Zeit hat Schottland sehr viel erreicht. Vor 15 Jahren hatte das Land nicht einmal ein eigenes Parlament, und jetzt hat es plötzlich über die Unabhängigkeit abgestimmt! Dies alles ohne Waffen, ohne Menschenrechtsverletzungen und ohne Brüche in der Gesellschaft. All jene, die gebetsmühlenartig behaupten, die Selbstbestimmung stehe einer Region nur in Ausnahmefällen zu, mussten sich nun definitiv eines Besseren belehren lassen.

L.-Abg. Bernhard Zimmerhofer

Trotz der knappen Niederlage ist es doch ein Wink mit dem Zaunpfahl an die EU. Die Menschen wünschen sich mehr Selbstbestimmung und nicht Fremdbestimmung, sei es durch den Neozentralismus der EU oder der jeweiligen Nationalstaaten, und auch nicht durch global agierende Konzerne.

Bozen, den 19. September 2014

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Zwischenruf aus Edinburgh: Trotz „No“ ein Fest der Demokratie – Selbstbestimmung ist möglich!
Stammtischtour der SÜD-TIROLER FREIHEIT durch den Vinschgau

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