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Offener Brief des Heimatbundes an Parteiobmann Achammer: Wo bleibt Reaktion der SVP zu den Aussagen von Napolitano?

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In einem offenen Brief kritisiert der Südtiroler Heimatbund die Südtiroler Volkspartei, da sie die Aussage von Napolitano „Südtirol wählte die staatliche Zugehörigkeit zu Italien“ nicht richtiggestellt hat. Im Brief verweist der Obmann des SHB, Roland Lang, auf das Parteiprogramm der SVP, in dem das Selbstbestimmungsrecht 1993 bekräftigt wurde.

„Fehlen der Südtiroler Volkspartei wirklich die Schneid und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Volk und Heimat, um diese unwahre Behauptung des Staatspräsidenten öffentlich zurückzuweisen?“ fragt sich aus gegebenem Anlass der Heimatbund.

Sehr geehrter Herr Parteiobmann

Am 11. November sagte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano in Anwesenheit des österreichischen Bundespräsidenten bei einer Pressekonferenz in Rom:

„Tra i due Paesi c’è una regione, il Sudtirolo-Alto Adige, che ha fatto la scelta dell’appartenenza statutale all’Italia, ma in un rapporto di collaborazione con l’Austria.“

Sehr geehrter Herr Parteiobmann,  diese Aussage verfälscht  nicht nur die Geschichte unseres Landes, sondern der Staatspräsident spricht damit Südtirol das Recht auf Selbstbestimmung ab, ja mehr noch, er behauptet, eine solche habe eine Mehrheit für Italien ergeben.

Herr Philipp Achammer, sie werden als Parteiobmann sicher das SVP- Parteiprogramm genauestens kennen. Dennoch möchte ich Sie auf Absätze desselben  hinweisen:

Im Gründungsprogramm der SVP, veröffentlicht in der Dolomiten vom 19. Mai 1945 fordert sie ihre Vertreter auf „ -den Anspruch des Südtiroler Volkes auf Ausübung  des Selbstbestimmungsrechtes bei den Alliierten Mächten zu vertreten“.

Im neuen Programm der  Südtiroler Volkspartei, beschlossen von der Landesversammlung am 8. Mai 1993 wird das Selbstbestimmungsrecht nochmals ausdrücklich bestätigt:

„Die SVP bekräftigt die Unverzichtbarkeit des Selbstbestimmungsrechtes der Südtiroler“.

Seit der  Aussage des Staatspräsidenten sind nun einige Tage vergangen. Verschiedene Parteien und Bewegungen und auch der Südtiroler  Schützenbund haben die Aussage zu Recht entschieden zurückgewiesen.

Unverständlich ist für den Südtiroler Heimatbund, dass diese Aussage von der Südtiroler Volkspartei bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht zurückgewiesen wurde. Ist sich die Führung der SVP bewusst, dass sie damit diese Aussage akzeptiert und als rechtens erklärt?


                                                                                                                                   „Qui tacet, consentire videtur“

Fehlen der Südtiroler Volkspartei wirklich die Schneid und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Volk und Heimat, um diese unwahre Behauptung des Staatspräsidenten öffentlich zurückzuweisen?

Wir möchten in diesem Zusammenhang noch darauf hinweisen, dass es im Jahre 1946 eine politische Willensbekundung nahezu aller wahlberechtigten Südtiroler gegeben hat, die mit rund 155 000 Unterschriften die Heimkehr Südtirols nach Österreich gefordert hatten. Der Osttiroler ÖVP-Nationalratsabgeordnete Franz Kranebitter hat in diesem Zusammenhang am 6. Mai 1965 in einer Resolution gefordert gehabt, diese Willenskundgebung von 1946 als Volksabstimmungsergebnis anzuerkennen.

Es wäre Ihre Aufgabe gewesen, sehr geehrter Herr Parteiobmann, den italienischen Staatspräsidenten auch darauf aufmerksam zu machen und seine Äußerung als Geschichtsverfälschung entschieden zurück zu weisen.

Was haben Bekundungen wie das letzte Bekenntnis des Südtiroler Landtages zum Selbstbestimmungs-recht  für einen Wert, wenn die politisch Verantwortlichen zu Geschichtsverfälschungen einfach schweigen?

Es würde uns freuen, von Ihnen hierzu eine Stellungnahme zu erhalten und eigentlich erwarten wir als Landesbürger auch eine solche.

Mit Tiroler Grüßen

Für den Südtiroler Heimatbund

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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