Robert Alexander Steger, Bürgermeister von Prettau, möchte nicht, dass der Kockerkarkopf „politisch instrumentalisiert wird“ (Ihre Zeitung vom 8. September berichtete). Ihn stören Schmierereien auf den Steinen wie „Viva l’Italia“ oder „irreführende Schilder“ wie „mitten in Tirol“. Aus diesem Grund hat für den Bürgermeister die Rückbenennung des Berges von „Vetta d’Italia“ in „Klockerkarkopf“ wenig Sinn (?!).
Alles schön der Reihe nach: Die politische Instrumentalisierung des Klockerkarkopfs ist kein Phänomen der Gegenwart, sie hat 1904 angefangen. Der Pseudoname „Vetta d’Italia“ wirkt bis heute auf die Einen beleidigend, auf die Anderen manipulativ. Ersteres trifft u.a. auf mich, Zweiteres auf Sie, Herr Steger, und all jene zu, die sich in Gleichgültigkeit üben. Das Signal – „siste signa“ – und die Symbolkraft, die von dieser tolomeisch-faschistischen Etikette der ersten Stunde ausgehen, scheinen Sie, Herr Bürgermeister, verinnerlicht zu haben. Da ist es nur folgerichtig, wenn Sie umgekehrt mit der Botschaft „mitten in Tirol“ keine Freude haben.
Fazit: Es muss schon ein besonderes Gefühl sein, der nördlichsten Gemeinde Italiens als Bürgermeister vorzustehen. Aus diesem, sprich: altoatesinischen Blickwinkel haben Sie natürlich Recht, Herr Steger: „Vetta d’Italia“, hat, genau so wie „Alto Adige“, „Predoi“, „Valle Aurina“ usw., mit Tirol wahrlich nichts zu tun!
Cristian Kollmann



