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Beinhaus in Burgeis

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Dieser in Naturstein gehaltene, kreisförmig angelegte Bau, dient als Ossarium für gefallene Soldaten. Wie auch die übrigen Beinhäuser, wurde es bewusst in Grenznähe errichtet, um somit die Annexion Südtirols auch symbolisch zu rechtfertigen.

Am Reschenpass sollte so der Eindruck einer rechtmäßig und tapfer erkämpften Grenze erweckt werden. Tatsächlich handelt es sich bei den Beinhäusern jedoch um Geschichtslügen, da es in den Gebieten in denen sie stehen, nie zu Kriegshandlungen gekommen ist und viele der dort beigesetzten Soldaten, sogar erst nach dem 1. Weltkrieg verstorben sind. Das vermeintlich stille Gedenken an jene Soldaten, die für die Eroberung Südtirols gefallen sind, entpuppt sich somit als faschistische Propaganda, die bis heute gepflegt wird.

Aus Mangel an toten Soldaten, gab der italienische Staat im April 1938 den Auftrag, Leichen vom Soldatenfriedhof in Bozen zu exhumieren und zum Beinhaus nach Burgeis zu bringen. Dabei wurden auch 54 österreichische Soldaten hierher verfrachtet, die somit kurzerhand zu italienischen Gefallenen umfunktioniert wurden.

Erbaut: 30er Jahre

Beinhaus in Gossensass
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