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Bezirksgruppe Unterland/Überetsch fordert Maßnahmen gegen radioaktives Radongas

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Die Süd-Tiroler Freiheit im Unterland und Überetsch hat festgestellt, dass 18 Schul- und Kindergartenräume im Bezirk hohe bis sehr hohe Radonwerte aufweisen. Die meisten dieser Räume befinden sich in Tramin und Kaltern. Die Bewegung fordert die betroffenen Gemeinden dazu auf, die Problematik nicht auf die lange Bank zu schieben und sich auf das Land zu verlassen, sondern sofort eigene Gegenmaßnahmen zu prüfen und einzuleiten.

Radon ist ein natürliches radioaktives Element. Die Belastung mit Radon bzw. dessen Zerfallsprodukte bringt allerdings Gefahren mit sich, da das Gas, welches meist aus dem Untergrund in Häuser eindringt, den Radioaktivitätsgehalt der Luft ansteigen lassen kann. Die Strahlenbelastung mit Radon wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/Qm) gemessen. Die italienische Gesetzgebung sieht eine Eingriffsschwelle von 500 Bq/Qm vor. Europäische Kommission und Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP) empfehlen 300 Bq/Qm, die Weltgesundheitsorganisation WHO hingegen nur 100 Bq/Qm. Auch das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, oberhalb von 100 Bq/Qm Maßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration in Betracht zu ziehen.

Im Unterland und Überetsch wurden vom Labor für physikalische Chemie des Landes und der Dienststelle für Arbeitsschutz Werte von bis zu 1.200 Bq/Qm gemessen. Betroffen von hohen Werten sind die Gemeinden Tramin, Montan, Kaltern, Branzoll, Leifers, Truden, Auer und Eppan.

„Wir fordern dieses Gemeinden auf, sofort Gegenmaßnahmen zu prüfen und umzusetzen. Bis das Land über eine europaweite Ausschreibung aktiv wird, kann noch sehr viel Zeit vergehen“, so Stefan Zelger, Mitglied der Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit. „Gegenmaßnahmen können von Beseitigen von Undichtigkeiten, Andersnutzung von Räumen und regelmäßigem Entlüften bis hin zu baulichen Maßnahmen wie dem Einbau von Belüftungsanlagen reichen.“

Werner Thaler, Bezirkssprecher der Bewegung, gibt zu bedenken, dass in diese Richtung bisher noch wenig geschehen sei: „Lediglich in Kaltern ist es zu einer Aussprache mit Gemeinde- und Elternvertretern gekommen. Dabei wurde aber nur eine Wiederholung der Messungen beschlossen, nach dem Motto: ‚Relativieren statt sanieren‘. Stark frequentierte Räume sollten aber sofort saniert werden“, so Thaler. Zelger schlägt in dieselbe Kerbe und kritisiert die passive Haltung der Gemeinden, allen voran der Gemeinde Tramin. Diese, so geht es aus einer Anfrage hervor, macht bisher keine Anstalt, sich um das Problem zu kümmern, so die Süd-Tiroler Freiheit abschließend.

Stefan Zelger, Mitglied der Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit
Werner Thaler, Sprecher der Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit

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