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„Dolomiten“: Kommentar mit Schönheitsfehler…

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Dolomiten-Redakteur Arnold Sorg trifft in seinem „Vorausgeschickt“ vom 21. April („Das Gift des Faschismus“) den Nagel auf den Kopf. Er kritisiert den sorglosen Umgang mit der neofaschistischen Partei „CasaPound“. Er fragt, warum es der Staat zulässt, dass sich solche Organisationen nach wie vor ausbreiten. Er prangert an, dass die selbsternannten „Faschisten des dritten Jahrtausends“ sogar mit einem Bürgermeisterkandidaten in Bozen ins Rennen gehen. Sorgs Kommentar kann man eins zu eins unterschreiben. Wäre da nicht ein kleiner Schönheitsfehler…

Aber der Reihe nach. Dass sich in Italien Organisationen wie „CasaPound“ offen und ohne Gegenwehr des Staates auf den Faschismus berufen können, ist ein Armutszeugnis. CasaPound darf sich für die Wiederherstellung einer Diktatur einsetzen, die für Völkermord, Deportation, Rassismus und Unterdrückung steht. Ihre Metastasen, wie die Jugendorganisation „Blocco Studentesco“ oder das eigene Modelabel „Pivert“, breiten sich aus. Dass es dabei nicht bei Propaganda bleibt, sondern auch zu Gewalt kommt, zeigen schon die Übergriffe von Bozner CasaPound-Vertretern.

„Kein Platz sollte für Parteien sein, die den Rahmen der demokratischen Verfassung sprengen“, betont Sorg in seinem Dolomiten-Kommentar. Recht hat er. Umso erstaunlicher, dass es eben die Dolomiten war, die auch den CasaPound-Kandidaten Maurizio Puglisi Ghizzi zur großen Podiumsdiskussion in Bozen einlud. Kein Platz, wer die demokratische Verfassung sprengt, aber trotzdem Platz auf dem Dolomiten-Podium?! Kein Platz, wer die demokratische Verfassung sprengt, und trotzdem wird den Neofaschisten eine Bühne geboten?! Es ist lobenswert, dass die Dolomiten den Boznern diese Podiumsdiskussion ermöglichte. Wer sich allerdings als Erbe Mussolinis versteht, sollte bleiben wo der Pfeffer wächst!

Stefan Zelger,
Mitglied der Landesleitung und Fraktionssekretär der Süd-Tiroler Freiheit

stefan.zelger@suedtiroler-freiheit.com


Stefan_Zelger_2015

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