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Süd-Tiroler Freiheit: Teilnahme an Einweihung eines historischen Rundweges am evangelischen Friedhof in Meran.

Am Donnerstagvormittag, 27. April 2017, nahm die Süd-Tiroler Freiheit an der Eröffnung eines historischen Rundweges am evangelischen Friedhof in Meran teil. An 40 ausgewählten Grabstätten finden sich nun Informationen zu den dort Beigesetzten und ihr Wirken zur Kulturgeschichte Merans. Eine Tafel erinnert an den Theologen und Menschenrechtler Johannes Lepsius, der sich vor über 100 Jahren von Potsdam aus bemühte, die Welt gegen den Völkermord an den Armeniern zu mobilisieren.

Noch bevor die evangelische Gemeinde Meran eine Kirche ihr eigen nennen konnte (1885), trug sie Verantwortung für einen eigenen Friedhof. Im Zuge des 700 Jahrjubiläums Merans und 500 Jahrfeier der Reformation wurde am Donnerstag 27. April der historische Rundweg am evangelischen Friedhof durch Pastor Krautwurst eröffnet. Es ist ein ehrendes Gedenken an die zahlreichen prägenden Persönlichkeiten die am konfessionsoffenen Friedhofspark beigesetzt sind. Ein schlichtes Werk, welches die Erinnerung an Persönlichkeiten wie den Eisenbahnpionier Heinrich Wolfgang Böhm oder den Theologen Johannes Lepsius wachhält.

Gerade Letzterer hat sich durch sein großes Lebensthema, das Eintreten für die bedrängte Minderheit der Armenier, einen weltweiten Namen gemacht. Bereits seit Ende des 19 Jahrhunderts unterstützte Lespius, mit ehrenamtlicher Arbeit im armenischen Hilfswerk, die Armenische Bevölkerung gegen die Drangsalierungen des damaligen osmanischen Reiches.

Die Arbeit seiner Orientmission trug bald Früchte. Auf deutschen und russischen Druck hin kam es 1913 zu Reformen in den armenischen Provinzen. Vorgesehen war die Schaffung zweier armenischer Provinzen mit umfassendem Minderheitenschutz. Mitten im ersten Weltkrieg, am 24. April 1915, startete jedoch das Osmanische Reich einen Völkermord an den Armeniern, welcher etwa 1,5 Millionen Toten zur Folge hatte. Als Weckruf an die europäische Politik verschickte Johannes Lepsius ab Sommer 1916 an die 20 000 Bände seines „Berichts über die Lage des Armenischen Volkes in der Türkei“. Aus geopolitischen Gründen unterließen die Großmächte weitestgehend ein Einschreiten bzw. wurde das Werk vom Militär sogar zensiert. Ein weiterer harter Schlag für Lepsius war auch der Vertrag von Lausanne 1923, der Anatolien samt den alten armenischen Siedlungsgebieten türkisch werden ließ. Gezeichnet von schwerer Krankheit starb der  „Schutzengel der Armenier“ während eines Kuraufenthaltes am 3. Februar 1926 in Meran.

Der evangelische Friedhof Meran ist mit dem historischen Rundweg eine bleibende Gedenkstätte der christlichen Toleranz und des Religionsfriedens. Gerade in diesen bewegten Zeiten ist die bleibende Erinnerung an couragierte Persönlichkeiten wie Johannes Lepsius und ein Wachhalten der damit verknüpften Zeitgeschichte für Meran, Tirol und Europa angebracht.

Dietmar Weithaler
Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit im Burggrafenamt
Archiv, Burggrafenamt, Dietmar Weithaler
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