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Neue Inhouse Gesellschaft „Eppan.Sport“: Ein schlechter Start

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Am Donnerstag, 19. Oktober 2017 stand die Gründung einer neuen Inhouse-Gesellschaft der Gemeinde Eppan zur Führung der Fußballplätze in der Sportzone Rungg auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Gegen den gemeinsamen Vorschlag der Vertreter der Oppositionsparteien wurden in den Verwaltungsrat der neuen Gesellschaft nur Vertreter der Mehrheitsparteien entsandt. Nach einem peinlichen Schauspiel im Zuge einer Geheimabstimmung, gelang es den Regierungsparteien erneut, die Opposition von einem wichtigen Projekt auszuschließen.

In Kürze wird der Bau des Trainingszentrums für den FC Südtirol in Girlan, der insgesamt 7 Millionen Euro gekostet hat, abgeschlossen. In Zuge dessen wurden die Sportanlage in Rungg erheblich vergrößert und beinhaltet nun auch ein Dienstleistungsgebäude mit Bar und Restaurant. Aus diesem Grund wurde bei der Sitzung des Eppaner Gemeinderates am Donnerstag, 19. Oktober über die Gründung einer Inhouse-Gesellschaft diskutiert, die sich vollständig im Besitz der Gemeinde befindet und an welche die Führung der Sportanlage delegiert werden soll. Gemäß der Regierungskoalition SVP, Bürgerliste und PD sei die Gründung einer Gesellschaft notwendig, um die die Führung der Anlage nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Funktionalität, Qualität, Transparenz und Unparteilichkeit zu gewährleisten. Die neue Gesellschaft soll ab 1. Januar 2018 die Führung der Fußballplätze und dazugehörigen Anlagen in der Sportzone Rungg übernehmen.

Der Gemeindeausschuss legte dem Gemeinderat bei der Sitzung eine Satzung sowie einen Verwaltungsrat bestehend aus fünf Personen zur Abstimmung vor. Neben dem Vertreter der örtlichen Amateur-Fußballvereine Wilfried Albenberger sowie dem Präsidenten des FC Südtirol Walter Baumgartner sollten dem Verwaltungsrat auch drei vom Gemeinderat ernannte Verwaltungsräte angehören: Dr. Ing Massimo Cleva als Vize Bürgermeister und Referent für Sport sowie als Vertreter der italienischen Sprachgruppe, die Gemeindereferentin der Bürgerliste Sonja Donat und die SVP-Gemeinderätin Petra Prackwieser.

Sogleich ersuchten die vier Vertreter der Oppositionsparteien im Gemeinderat die Gemeindeverwaltung einen Vertreter der Opposition in den Verwaltungsrat zu entsenden und baten eine der drei Personen, zu Gunsten eines Oppositionsvertreters zu verzichten. Nachdem auf die mehrmalige Aufforderung keine Antwort erfolge, verlangte Dr. Felix von Wohlgemuth von Pro Eppan Appiano eine Geheimabstimmung über die künftigen Mitglieder des Verwaltungsrates. Der Bürgermeister wollte die Geheimabstimmung gleich zur Abstimmung bringen und schien sich sicher, eine solche mit den Mehrheitsstimmen abwenden zu können. Nun schritt aber der Generalsekretär ein und bestätigte, dass – sollte nicht der gesamte Gemeinderat mit der Ernennung der vorgeschlagenen Personen einverstanden sein – auf jeden Fall eine Geheimabstimmung durchgeführt werden müsse.

„Interessanterweise war die Mehrheit plötzlich in Panik und man ließ die Sitzung schnell unterbrechen, um sich untereinander auszumachen wer denn nun welchen Kandidaten wählen sollte.“, berichtet Greta Klotz von Pro Eppan Appiano. „Es war ein trauriges Schauspiel.“, so Walter Oberhauser von der Süd-Tiroler Freiheit. Schlussendlich entfielen auf die Kandidatin der Opposition Greta Klotz vier Stimmen, auf Sonja Donat sieben Stimmen, auf Massimo Cleva sieben Stimmen und auf Petra Prackwieser acht Stimmen. Das politische Geplänkel der Mehrheitsparteien hatte funktioniert und es war gelungen, eine Vertreterin der Opposition zu verhindern.

Die drei Gemeinderatsfraktionen der Opposition, Pro Eppan Appiano, die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit, bedauern den Vorfall sehr: „Es ist demokratisch unzumutbar, dass wir nach der Inhouse Gesellschaft zur Führung des Schlosses Hocheppan nun eine weitere Gesellschaft ohne Vertreter der politischen Minderheit gründen.“, stellt Reinhard Gaiser von den Freiheitlichen fest. Und Felix von Wohlgemuth von Pro Eppan Appiano ergänzt: „Es geht bei der Führung der Sportanlagen mitunter auch um weitreichende und bedeutende Entscheidungen unserer Gemeinde. Hier einmal mehr die Opposition außen vor zu lassen, damit jede Partei der Regierungskoalition seinen Posten erhält, ist ein trauriges Zeichen für Demokratie und Transparenz.“

Die Gemeinderäte

Pro Eppan Appiano,
Dr. Greta Klotz, Dr. Felix von Wohlgemuth

Die Freiheitlichen
Reinhard Gaiser

Süd-Tiroler Freiheit
Walter Oberhauser

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