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„Digitale Identität“: Im Internet sind wir alle Italiener!

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„Wo das Internet anfängt, hört die Autonomie oft auf!“ Diesen Missstand kritisiert die Süd-Tiroler Freiheit. Der Grund: Bei der Digitalisierung von Behördengängen bleibt die deutsche Sprache häufig auf der Strecke. Jüngstes Beispiel ist die neue „digitale Identität“ SPID. Eine Anfrage im Landtag wurde bereits eingereicht.

„Immer mehr Dienste werden vom Staat digitalisiert und Bürgern wie Unternehmern vorgeschrieben. Viele dieser Dienste werden jedoch ausschließlich in italienischer Sprache angeboten“, zeigt Stefan Zelger von der Süd-Tiroler Freiheit auf. „Das Dekret zur Gleichstellung der Sprachen in Süd-Tirol ist seit fast 30 Jahren in Kraft. Trotzdem muss leider immer noch um das Recht auf Gebrauch der Muttersprache gekämpft werden!“

Der Anlass: Mit dem Stichtag 1. März wurde der „eGov-Account“ des Landes deaktiviert und durch die neue „einheitliche digitale Identität“ SPID („Sistema Pubblico di Identità Digitale“) ersetzt. Die Landesregierung hat angekündigt, dass es bald möglich sein werde, „das bisher einsprachige Anmeldeverfahren auch in deutscher Sprache abzuwickeln“. Einer der Partner für die Abwicklung ist die italienische Post, mit der das Land eine Kooperation eingegangen ist. Doch auch drei Wochen später ist vom „Anmeldeverfahren in deutscher Sprache“ nichts zu sehen. Für die Süd-Tiroler Freiheit ein Unding. Denn Zelger zeigt sich abschließend überzeugt: „Die hart erkämpfte Pflicht zur Zweisprachigkeit endet nicht am Internet-Browser!“

Stefan Zelger, Landesleitungsmitglied und Sekretär der Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit.
stefan.zelger@suedtiroler-freiheit.com

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Unterschriften an Landesrat Mussner überreicht.
Aktuelle Fragestunde März 2018: 2. Versuch: Falsche Personenangaben bei Asylanträgen?

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