Der Schützenmajor

Jörg Klotz wäre 100 Jahre alt geworden

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Am 11. September wäre Jörg Klotz, der Schützenmajor aus dem Passeiertal 100 Jahre alt geworden. Er erblickte in Walten im Passeiertal das Licht der Welt. Wie es der Zufall der Geschichte ist, wurde am Tag zuvor in der französischen Hauptstadt Paris mit dem Friedensvertrag von St. Germain-en-Laye das Los Südtirols besiegelt. So wusste der Passeirer von klein auf, was seine Lebensaufgabe ist, berichtet SHB-Obmann Roland Lang.

Schon als Kind und Jugendlicher lernte er die brutale Gewaltherrschaft des Faschismus und die Italianisierungsversuche kennen. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Klotz als Unteroffizier der Deutschen Wehrmacht in Norwegen, am Eismeer und in Russland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft musste er ein zweites Mal feststellen, dass seine Heimat Südtirol erneut Italien zugeschanzt wurde.

Da das demokratische Italien die Rechte der Südtiroler, denen eine Autonomie zugesichert wurde, weiterhin aushöhlte, schloss sich Klotz, der sich inzwischen dem Wiederaufbau des Südtiroler Schützenwesens widmete, dem Befreiungsausschuss Südtirol um Sepp Kerschbaumer an.

An der Feuernacht nahm er nicht selbst aktiv teil. Klotz flüchtete ins Vaterland Österreich und entzog sich einer Verhaftung durch die italienischen Behörden. Gemeinsam mit seinem Freund Luis Amplatz führte er den Widerstand von Österreich weiter. Da man Klotz, zur damaligen Zeit als „Staatsfeind Nr. 1“ deklariert, nicht habhaft werden konnte, beschloss man ihn, umzubringen.

Vor ziemlich genau 55 Jahren befanden sich Klotz und Amplatz auf einer Heuhütte in Saltaus. Mit ihnen war auch Christian Kerbler von der Partie. Letzterer erwies sich als hinterlistiger Agent und Meuchelmörder. Mitten im Schlaf erschoss er Amplatz und verwundete Klotz schwer. Der Passeirer schleppte sich über die Grenze. Eine Operation im Krankenhaus rettete ihm das Leben. Von der hohen Politik im Stich gelassen, zog er sich in die Waldeinsamkeit zurück. Dort ereilte ihn, den Heimwehgeplagten, im Jänner 1976 der frühe Tod.

Die Erben von Jörg Klotz gehen unbeirrt den Weg der Freiheit weiter. Allen voran kann seine Tochter Eva namentlich angeführt werden, die über dreieinhalb Jahrzehnte im Südtiroler Landtag saß und sich stets für die Selbstbestimmung Südtirols einsetzte und weiterhin einsetzt. Denn die sinnvolle Bemerkung des Vaters, wonach der Himmel und das Heimatland keine Halben verdienen, ist aktueller denn je. Es ist demnach nicht verkehrt, sich diesen Kerngedanken zu Herzen zu nehmen und für die Freiheit Südtirols mit demokratischen Mitteln zu kämpfen und positiv nach vorne zu blicken.

Der Südtiroler Heimatbund ruft alle Tiroler auf, zahlreich an der von der Familie Klotz und dem Schützenbataillon Passeier anlässlich des 100. Geburtstages von Jörg organisierten Feier am Sonntag, den 22. September 2019 in St. Leonhard/Passeier teilzunehmen, schließt SHB- Obmann Roland Lang.

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