Toponomastik

„Alto Adige“ abgeschafft? Und nun?

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Namen sind nicht wichtig? Von wegen! Der Südtiroler Landtag hat es gewagt, in einem Gesetz mit Europabezug den Begriff „Südtirol“ an einer einzigen Stelle mit „provincia di Bolzano“ statt mit „Alto Adige“ zu übersetzen. Prompt hat dies erneut die Propagandamaschinerie der italienischen Parteien in Gang gesetzt. „Alto Adige wurde abgeschafft!“, tönt es unisono von rechts und von links.

Cristian Kollmann, Toponomastikexperte der Süd-Tiroler Freiheit, sagt dazu Folgendes: „Es wäre schön, wenn ‚Alto Adige‘ tatsächlich abgeschafft worden wäre, doch leider ist dies nur an einer einzigen Textstelle passiert. Für einen durchgehenden Verzicht, so wie er von der Süd-Tiroler Freiheit gefordert worden war, fehlte dem Landtag am Ende doch der Mut. Dabei stand ‚Sudtirolo‘, anders als von den nun wieder Wirbelnden verlautbart, nicht einmal zur Disposition.“

Kollmann zeigt sich besorgt: „Es ist erschreckend, mit welcher Leichtfertigkeit und Selbstverständlichkeit mittlerweile der Begriff ‚Alto Adige‘ von offizieller Seite gebraucht und den Südtirolern immer wieder vorgesetzt wird. ‚Alto Adige‘ ist nämlich bis heute eine höchst manipulative Etikette, die nur dazu da ist, aus italienischer Sicht die Existenz eines Tiroler Landesteiles auf italienischem Staatsgebiet zu leugnen. Und genau aus diesem Grund wird dieser unsägliche Begriff von den italienischen Nationalisten sowie von jenen, die zu Altoatesinen assimiliert sind, mit Zähnen und Klauen verteidigt. ‚Siste signa‘ – Zeichen setzen, so heißt es auf dem so genannten Siegesdenkmal. Also das Revier markieren! Urzì & Co wissen sehr genau, worauf es ankommt! Doch wissen dies auch die Südtiroler? Für alle Südtiroler, aber auch für alle Antifaschisten ist ‚Alto Adige‘ de facto eine Beleidigung. Erschwerend hinzukommt, dass ‚Alto Adige‘ sogar in die offizielle Bezeichnung der Europaregion Tirol eingeschleust wurde.“

„Mit diesem fahrlässigen Unfug muss endlich Schluss sein!“, fordert Kollmann. An die Südtiroler Volkspartei appelliert er: „Sie soll sich von der üblichen nationalistischen und antitirolischen Propaganda von Urzì & Co unbeeindruckt zeigen und diese vielmehr zum Anlass nehmen, sich von der kolonialistischen Etikette ‚Alto Adige‘ offiziell zu distanzieren und ‚Sudtirolo‘ amtlich einzuführen!“

Cristian Kollmann
Süd-Tiroler Freiheit

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Gemeindewahlen und neue Aktionen zur Selbstbestimmung
“Alto Adige” gibt es nicht

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