Leserbrief

Deutsch im Gesundheitswesen: Lage hat sich verschlechtert!

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Dr. Zerzer („Besser ein einsprachiger Arzt als gar keiner“, 14. 11.) sollte wissen, dass Auslöser für unsere Proteste und Plakataktion nicht nur der Ausschluss von Dr. Thomas Müller aus der Ärztekammer ist, sondern viele nicht minder schwerwiegende Fakten. Sie sind u. a. aufgelistet in den vielen Anfragen, Anträgen im Landtag, die ich bzw. meine Nachfolger in den letzten 36 Jahren dort zur Sprache gebracht haben. Leider hat sich die Lage verschlechtert: Über 500 Ärzte und Pflegekräfte sind zu all den früheren letztes Jahr, an Proporz und Zweisprachigkeitsbestimmungen vorbei, eingestellt worden. Kein Arzt ohne Italienischkenntnisse aus einem deutschsprachigen Gebiet oder beispielsweise aus Tschechien, der Deutsch kann, hatte diese Möglichkeit. Das ist die erste Diskriminierung. Die noch größere besteht darin, dass solch privilegierte Ärzte nach 1 Jahr Deutschkurs offensichtlich nicht in der Lage oder gewillt sind, in deutscher Sprache zu grüßen, geschweige mit Patienten zu reden! Ich habe meine eigenen Erfahrungen öffentlich dargelegt. Nach meiner „Behandlung“ in der Notaufnahme im KH Bozen hatte ich nicht die Kraft, Protest oder Beschwerde einzureichen, weil der Arzt, der sicher schon seit längerem dort war, darauf bestanden hatte, Italienisch zu sprechen. Und wenn ich mit meinem Kampfgeist das nicht gemacht habe, darf man sich nicht wundern, wenn die vielen anderen Betroffenen keine „Beschwerden“ gegen die Verletzung unseres Grundrechtes vorbringen! Die Impfärztin in St. Leonhard, seit August 2018 dort im Dienst, gab im Mai 2019 trotz Deutschkurses vor, kein Wort Deutsch zu können. Ihre Frage: „La signora parla italiano?“ habe ich als Einschüchterung und nicht als Gruß empfunden! Erst bei der 2. Impfung 2 Wochen später und meiner Reaktion, nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, dass sie seit August 2018 im Dienst ist und einen Deutschkurs besucht, bemühte sie sich, wohl auch wissend, wer ich bin, zu einem „Guten Morgen“ und ein paar weiteren Brocken Deutsch. Warum redete sie mit den deutschsprachigen Angestellten und anderen Patienten nicht Deutsch? Ob sie es in Zukunft tun wird? Diese Ärzte müssen angeblich innerhalb von 5 Jahren ein „Sprachzertifikat“ erbringen. Keiner hat bisher widerlegt, dass es sich dabei nicht um die normale Zweisprachigkeitsprüfung handelt, wie sie von jeder Putzfrau, (natürlich auf einem anderen Niveau), verlangt wird, sondern dass die Agentur, welche die Deutschkurse organinierst, den entsprechenden „Wisch“ ausstellt. Wenn dem nicht so ist, möge man sagen, wie es dann erfolgt. Fakt ist, dass diese Ärzte und Pfleger für 5 Jahre einen sicheren, gut bezahlten Arbeitsplatz in Südtirol haben, was für Interessierte aus anderen EU- Ländern, an Proporz und Zweisprachigkeitspflicht vorbei, nicht der Fall ist.

Auch Arnold Tribus (Glosse vom 19. 11.) sei an unsere vielen Anfragen, Beschlussanträge, Pressekonferenzen und Vorschläge zum Thema Deutsch im Gesundheitswesen erinnert. Das alles, einschließlich unserer letzten Plakataktion, ist nicht „Ethnohass“, sondern Einfordern von bestehenden Gesetzen und Protest gegen weiter zunehmende Diskriminierung der Mehrheitsbevölkerung.

Dr. Eva Klotz, Bozen

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