Bezirksausschuss Pustertal

Nach Schnee-Chaos: Stromverteilung in Süd-Tiroler Hände!

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Nachdem sich die Situation nach dem Schneechaos wieder weitgehend beruhigt hat, gilt es nun eine erste Bilanz zu ziehen. Der Bezirksausschuss der Süd-Tiroler Freiheit Pustertal bezeichnet die mehrtägigen Stromausfälle, wie sie zuletzt in mehreren Landesteilen passierten, für ein technisch hoch entwickeltes Land wie Süd-Tirol als nicht akzeptabel! Offensichtlich wurde nicht ausreichend für die Instandhaltung und Absicherung der Infrastrukturen gesorgt, was regelmäßig zu sehr kostspieligen Ausfällen führt. Um den lokalen Bedürfnissen der Stromverteilung besser gerecht zu werden, sollte deshalb die restliche Stromverteilung der staatlichen TERNA in Süd-Tirol von der eigenen Verteilergesellschaft Edyna übernommen werden.

Kurzzeitausfälle können mit Stromaggregaten abgedeckt werden, aber nicht Ausfälle, die sich über mehrere Tage hinziehen. Besonders die Pusterer Wirtschaft hatte zuletzt wieder enorme Einbußen zu beklagen. Allein der Brunecker Luftfahrt- und Automobilzulieferant GKN hatte tägliche Ausfälle von einer Million Euro! Die Pusterer Wirtschaft bemängelt die katastrophale Stromversorgung schon seit Jahren!

Im Masterplan 2017 des Landes Süd-Tirol zur Modernisierung der Infrastrukturen für den Transport und die Verteilung elektrischer Energie heißt es zur Lage im Pustertal wörtlich: „Die Hochspannungsnetze im Pustertal sind über weite Strecken veraltet und damit in einem problematischen Zustand! Der Ausfall der bestehenden Hochspannungsleitung, welche aus dem Belluneser Raum diese Region versorgt, bedeutet gleichermaßen den Zusammenbruch der Energieversorgung in diesem touristisch intensiv genutzten Raum.“

Der zuständige Landesrat für Energie ist deshalb aufgefordert, schnellstmöglich eine Versorgungssicherheit im ganzen Land zu gewährleisten und vor allem den Informationsfluss zu verbessern. Eine weitgehend gesicherte Überlandtrasse bzw. eine unterirdische Verlegung der Leitungen wäre ein erster Schritt dorthin.

Außerdem hat der Europäische Rat im Oktober 2014 alle Mitgliedstaaten aufgefordert, bis 2020 einen Verbundgrad von mindestens 10 Prozent ihrer vorhandenen Stromerzeugungskapazität zu erreichen. Dies bedeutet, dass jeder Mitgliedstaat seine Stromleitungen so auslegen sollte, dass mindestens 10 Prozent des in seinen Kraftwerken erzeugten Stroms grenzüberschreitend in Nachbarländer weitergeleitet werden kann. Der grenzüberschreitende Verbund würde nicht nur dem Austausch von Energie zwischen europäischen Ländern dienen, sondern es würde auch zu einer Annäherung der Energiepreise beitragen. Für Zukäufe von zusätzlichem Strombedarf im Pustertal und um eine größere Versorgungssicherheit herzustellen, sollte deshalb eine Verbindung über das leicht erreichbare Ost-Tirol angestrebt werden!

Süd-Tirol hat sonst schon mit den widrigsten Rahmenbedingungen in diesem Staat zu kämpfen, wie z.B. hohe Energiekosten, hohe Steuerbelastung, überbordende Bürokratie usw. Deshalb sollte man meinen, dass wenigstens die Infrastrukturen einwandfrei funktionieren sollten, was aber offensichtlich nicht der Fall ist! Deshalb müssen diese Infrastrukturen in Süd-Tiroler Hände, denn wir können es besser!

Bezirksausschuss der Süd-Tiroler Freiheit Pustertal.

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