Pixner bemängelt

Vinschgau will sich immer italienischer geben

Es scheint so, als möchte der Vinschgau Vorreiter in Sachen Identitätsverlust und Italianisierung sein. Dabei geht es nicht nur um einsprachig-italienische öffentlich Bedienstete, nein, viel schlimmer sind unverbesserliche Vinschger Marketingstrategen, die die Süd-Tiroler Ortsnamen bei Werbeaktionen immer wieder ausblenden oder nur an zweiter Stelle reihen, indem sie die italienischen bzw. faschistischen Namen vorziehen und in die Welt hinaustragen.

„Mit dieser unsinnigen Marketingstrategie sind wir Süd-Tiroler langfristig auf dem besten Weg, uns selbst zu assimilieren und dies in einem Tal, wo nur rund drei Prozent Italiener leben!“, gibt STF-Gemeinderatsmitglied von Kastelbell-Tschars, Benjamin Pixner, zu bedenken.

So wird seit Kurzem für ein Langlaufrennen im Obervinschgau ausschließlich mit dem Veranstaltungsnamen „La Venosta“ geworben. Desgleichen beim „Stelvio“ Bike oder „Stelvio“ Marathon. „Wieso kann es nicht ‚Stilfser-Joch-Bike‘ heißen?“, fragt Pixner.

Über Facebook wird der Vinschger Apfel schon lange rein in italienischer Sprache beworben, und zwar mit „Mela Val Venosta“. Auf Anfrage, ob es auch eine Facebook-Seite mit der Bezeichnung Vinschgau gebe, bekam Pixner zur Antwort, dass 99 Prozent der Besucher die Bezeichnung Vinschgau nicht kennen würden. Für Pixner ist die Vorgehensweise der Marketingstrategen Ausdruck von Sorglosigkeit und klarem Identitätsverlust. „Wenn wir nicht im Stande sind, gegenzusteuern, indem wir unsere bodenständigen Namen vermarkten, dann darf man sich nicht wundern, dass sie keiner kennt.“

Der Vinschgau ist bereits so weit, dass er sich mit seinem italienischen Namen nicht nur in Italien, sondern international vermarktet. Zudem wird in Graun eine neue Netflixserie gedreht, die mit „Curon“ weltweit betitelt und beworben wird. „Natürlich ist es touristisch wie wirtschaftlich ein gewaltiger Erfolg für die Gemeinde am Reschen sowie für den gesamten Vinschgau und Süd-Tirol. Auch ich freue mich auf die Serie. Aber sind wir wirklich so tief gesunken, dass wir für Geld alles hergeben würden, auch unsere Werte und nicht zuletzt unsere eigene Identität?“ fragt Pixner.

Aber für Pixner gibt es auch Grund zur Hoffnung. Lobend hervor hebt er nämlich die neue Richtlinie von IDM. Sie besagt, dass in der fremdsprachigen Tourismuswerbung für mehrheitlich deutsche Gemeinden und Gebiete die deutschen Namen den Vorrang haben müssen, weshalb es also z.B. im Englischen in Zukunft „Vinschgau“ und nicht „Venosta“ heißen muss. Pixner: „Diese Vorgabe geht in die richtige Richtung, und die Vinschger Marktstrategen mögen sie zügig umsetzen!“.

Benjamin Pixner,
Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Kastelbell-Tschars.

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