Im ehrenden Gedenken

Nachruf auf Hans Bachmann

Bozen – Am 22. Dezember 2019 ist in Bozen Hans Bachmann, Ehemann unserer ehemaligen Landtagsabgeordneten Dr. Eva Klotz, gestorben und unter großer Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe geleitet worden. Nachstehend ein Nachruf:

Hans Bachmann wurde als 5. von 10 Kindern beim Viertler in Welsberg geboren. Seine Kindheit war überschattet von Entbehrung und seelischem Leid. Als Achtjähriger kam er für 3 lange Jahre an einen Bauernhof in Gsies, wo es nur ältere Leute und für ihn kaum Zuwendung gab. Nur einen einzigen Tag im Jahr durfte er auf dem elterlichen Hof verbringen. Er musste tüchtig arbeiten und kam oft müde in die Schule. in der Sommerzeit war er, meist auf sich allein gestellt, als Hüterbub auf der Alm. Wenn er nichts mehr zu essen hatte oder sich vor Gewitter fürchtete, suchte er Zuflucht in einer Nachbarshütte. Diese Jahre sind nicht spurlos an ihm vorbei gegangen. Mit Zutraulichkeit tat er sich zeitlebens schwer, freier und unbefangener erlebte man ihn mit Kindern. Dafür entwickelte er eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe. Die Vorgänge in der Natur zogen ihn in den Bann. In Beschaulichkeit und Stille fand er Trost und Halt, er scheute alles Grelle und Laute. Er lernte, in allem Ruhe zu bewahren, mied Panik und Hysterie.

Nachdem spätere Schulbesuche bei den Eucharistinern in Meran und den Josefsbrüdern in Milland wenig fruchteten, kam Hans zu den Salesianern nach Unterwaltersdorf bei Wien, und dann nach Horn, wo er die klassische Matura ablegte. Aus dieser Zeit haben sich wertvolle Freundschaften erhalten, und die umfassende humanistische Bildung ebnete ihm den Weg zu einenem besseren Leben. Er begann mit dem Universitätsstudium, das er sich zum größten Teil selbst finanzieren musste. Das Stipendium war karg, und die Hilfe von daheim ausgeblieben. In den Sommerferien verrichtete er als Werkstudent in den Badischen Chemiefabriken BASF in Ludwigshafen Arbeiten, denen sich die normalen Arbeiter wegen der Gefährlichkeit verweigerten. Bei der Explosion von Fässern mit Chemikalien hatte es Tote gegeben.

Nach der Promotion war Hans zunächst im Amt von Landesrätin Gebert- Deeg tätig. Er war an der Umsetung der italienischen Sanitätsreform in Südtirol beteiligt. Anschließend arbeitete er als Journalist bei der Tageszeitung “Dolomiten”, bis er im Mai 1976 zum Raiffeisenverband wechselte. Ganze 27 Jahre war er dort tätig, zuletzt als Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. In seiner journalistischen Tätigkeit gestaltete er nicht nur die Verbandszeitung, sondern verfasste zahlreiche Chroniken und Beiträge, auch für den Rundfunk. Seine Abhandlungen über Wirtschaft und Genossenschaftswesen erschienen in verschiedenen Fachzeitschriften. Er war ein Meister im Umgang mit Sprache, liebte klassische Musik und Literatur. Als Vorstandsmitglied des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz war er sehr beliebt, als Moderator bei Raiffeisen- Wettbewerben und als Sprecher bei Preisverteilungen unvergessen!

Zuverlässigkeit und feines Benehmen brachten Hans Wertschätzung und Ansehen ein. In der Freizeit widmete er sich dem Laufsport und unternahm zahlreiche Kulturreisen. Dem großen Erdbeben in Mexiko im September 1982 entging er mit der kleinen Reisegruppe nur Dank der Laune seines Freundes Willi, der nach einem langen Ausflugstag das gebuchte Hotel absagte. Dieses war am nächsten Morgen dem Erdboden gleich. Nur der Nachtportier hatte sich retten können. Das Hotel, in welchem Hans und seine Reisebegleiter übernachtet hatten, war wie durch ein Wunder so weit stehen geblieben, dass alle den Weg ins Freie fanden.

Mit 63 ging Hans noch einmal eine Bindung ein. Er heiratete Eva, die er wenige Jahre zuvor kennengelernt hatte. Sie verband nicht nur eine tiefe gegenseitige Achtung und Zuneigung, sondern auch die Liebe zur Heimat und deren Werten. Die letzten Lebensjahre waren geprägt von Krankheit
und zunehmendem Verlust jener Fähigkeiten, die Hans Lebensfreude und Schaffenskraft verliehen hatten. Aber selbst in der von Schwäche und körperlichem Gebrechen geprägten Zeit blieb er der liebenswerte, feinsinnige Mensch, dem sich sehr viele über den Tod hinaus verbunden
fühlen. Er wird uns als geistreicher, geselliger und überaus taktvoller Wegbegleiter in Erinnerung bleiben, dem wir ein ehrendes Gedenken bewahren wollen.

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Einsatz für doppelte Staatsbürgerschaft geht weiter.

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