Natz/Schabs

Sommerbetreuung: Gleiches Recht für alle?

Gestern früh um 8 Uhr konnten die Eltern der Gemeinde Natz-Schabs ihre Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter für die Sommerbetreuung anmelden. Die erste Mutter war bereits um 7.15 Uhr vor dem Rathaus. Um 7.40 Uhr nahmen die Gemeindeangestellten die ersten Ansuchen entgegen. Laut Mitteilung der Gemeindeverwaltung erfolgt die Zuteilung der Plätze aufgrund der Reihenfolge der Anmeldung.

Genau dies beanstandeten die Gemeinderäte der Dörferliste bei der letzten Gemeinderatsitzung am 18. Dezember 2019. Gemeinderätin Sonja Rienzner Ploner merkte an, dass die Sommerbetreuung eine Unterstützung der Familien sein sollte und in erster Linie jenen Familien, zugutekommen sollte, deren Eltern beide berufstätig sind. Diesen Vorschlag wiesen der Bürgermeister Alexander Überbacher und die Referentin Carmen Jaist entschieden zurück. Wer zuerst kommt, soll auch zuerst einen Platz bekommen, so deren Aussage.

Gestern verhielt sich die Situation dann so, dass während die Anmeldungen bereits im Gange waren und sich eine Warteschlange vom 1. Stock bis vor das Rathaus gebildet hatte, der Bürgermeister in sein Büro ging. Bei seinem Erscheinen wurde die Anmeldung der wartenden BürgerInnen angehalten und seine Anmeldungen entgegen genommen. Der Mutter welche eigentlich an der Reihe gewesen wäre, wurde mitgeteilt, dass für eines ihrer Kinder noch ein Platz frei ist, für das zweite aber höchstwahrscheinlich nicht mehr. Wenn die Gemeindeverwaltung schon Regeln aufstellt, dann hat sie sich, insbesondere der Bürgermeister als erster an diese zu halten und die Reihenfolge bei der Anmeldung einzuhalten. Wie rechtfertigt der Bürgermeister dieses Verhalten vor den BürgerInnen, deren Kinder keinen Platz mehr bekommen haben, jedoch vor ihm da waren?

Im vergangenen Jahr war die Situation noch eklatanter. Als die erste Mutter um 8 Uhr in der Früh ihre Kinder für die Sommerbetreuung anmelden wollte, war bereits ein Stapel von Anmeldungen auf dem Tresen im Rathaus.

Gemeinderätin Sonja Rienzner Ploner hat den Referenten Zingerle auf den großen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen angesprochen. Er hat zugesichert, dass sich die Gemeindeverwaltung, um ein größeres Angebot kümmern werde. Ob dies allerdings heuer noch möglich sein wird, ist fraglich. Die Gemeindeverwaltung hätte aufgrund des großen Bedarfs im Vorjahr bereits um mehr Plätze für den Sommer 2020 ansuchen sollen. Bestenfalls sollten Plätze für jeweils 2 Gruppen von 25 Kindern in zwei Fraktionen der Gemeinde angeboten werden, so Rienzner Ploner abschließend.

Sonja Rienzner Ploner
Andreas Köck
Gemeinderäte der Dörferliste

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