Strategiediskussion

Süd-Tiroler Freiheit Pustertal befasst sich mit Energieversorgung

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Der Klimawandel ist in aller Munde und die Politik hat inzwischen verstanden, dass wir zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umstellen müssen! Italien ist was den Energieimport betrifft im europäischen Spitzenfeld zu finden (Quelle Eurostat 2018: Italien 76 Prozent; EU-Durchschnitt 58 Prozent). Der Anteil von erneuerbaren Energieträgern liegt in Italien aktuell bei nur ca. 17 Prozent! Auch Süd-Tirol will zum Klimaland werden, agiert aber viel zu langsam und hat zu wenig innovative Ideen.

Süd-Tirol hat viel Wasserkraft: wir produzieren mehr Strom, als wir verbrauchen. Aber wir verbrauchen noch zu viel fossile Energie; besonders im Verkehrsbereich und bei der Wärmeproduktion.

Schauen wir zuerst nach Deutschland, dem Vorreiter bei erneuerbaren Energien, speziell bei Photovoltaik: Deutschland ist bei erneuerbaren Energien breit aufgestellt. Dennoch sollen, um 100 Prozent erneuerbare Energieproduktion zu erreichen, die Windkraft, aber vor allem die Photovoltaikanlagen, stark ausgebaut werden. Dafür ist eine Fläche von 1,7 Millionen Hektar nötig, die entweder mit Windrädern oder mit Photovoltaikmodulen vollgestellt werden muss. Das sind 2,5 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland. Das Ziel ist klar, die zwei möglichen Lösungen auch. Beide, Photovoltaik und Windkraft, werden noch weiter stark ausgebaut werden.

Wo steht Süd-Tirol bei den Erneuerbare Energien? Wasserkraft, Biogas, Windkraft, Geothermie und Photovoltaik? Bei der Wasserkraft ist Süd-Tirol schon sehr weit. Es ist aber noch viel möglich! Das Land geht aber in diesem Bereich sehr vorsichtig vor, weil die Nachwirkungen aufgrund des SEL-Skandals noch zu stark sind. Im Biogassektor wurde einiges gemacht und einige zusätzliche Biogasanlagen wären noch realisierbar. In Sachen Windkraft wurde wenig umgesetzt, es ist aber auch nicht viel möglich. Süd-Tirol ist kein guter Standort für Windkraftanlagen. Für die heimischen Produzenten von solchen Anlagen sollte aber vor Ort eine Möglichkeit bestehen, ihre Produkte zu testen und weiterzuentwickeln. Bei Photovoltaik sind wir gut, es gibt aber noch viel Luft nach oben. Zurzeit wird viel vom Staat, aber noch viel mehr vom Land blockiert. Die Geothermie spielt in Süd-Tirol nur eine geringe Rolle. Diese Technologie ist besonders in Verbindung mit Photovoltaikanlagen interessant, weil dadurch der Strom zum Betrieb der Wärmepumpe vor Ort produziert wird.

Süd-Tirol hat also mehrere Möglichkeiten, die Klimaneutralität schnellstmöglich zu erreichen: z.B. durch den Bau von neuen Wasserkraftwerken und/oder den Bau von neuen Photovoltaikanlagen. Um die hochgesteckten Klimaziele zu erreichen, und wenn wir kurzfristig die Umwelt entlasten wollen, wird es nicht ohne Kompromisse in beiden Bereichen gehen.

Bei einer weiteren Variante, der Photovoltaik, müssten wir 2.000 Hektar mit Modulen bestücken. Das wäre ein Quadrat mit 4,5 km Kantenlänge, also 0,3 Prozent unserer Landesfläche. Ein guter Teil davon lässt sich auf bestehenden Infrastrukturen (z.B. Industrie- und Hausdächern, Autobahn) montieren. Ein weiterer Teil der notwendigen Fläche von 2.000 Hektar könnte im landwirtschaftlichen Grün verwirklicht werden, entweder auf Feldern, Weiden oder am Waldesrand. Was aber nicht zwangsläufig heißt, dass dann auf den Feldern nichts mehr wachsen kann. Es laufen mittlerweile einige Versuche, Lebensmittel und Strom gleichzeitig auf Feldern zu produzieren. Wie man Kartoffeln und Strom vom selben Acker holt, wird bei Wien schon erprobt. Der Versuch war erfolgreich, nun plant man die größte Photovoltaikanlage Österreichs mit genau diesem System.

Die Zukunft liegt also in der Produktion von einem Mix aus sauberer, erneuerbarer Energie! Packen wir es an und setzen die Rahmenbedingungen so, dass wir zum Vorzeigeland in Produktion und Technologie von erneuerbarer Energie werden und damit gleichzeitig auch zum Vorreiter in Sachen Natur- und Umweltschutz!

Süd-Tiroler Freiheit, Bezirksgruppe Pustertal.
(Das Foto wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen).

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