Geschmacklos:

Beten für den „Duce“ Mussolini.

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Am vergangenen Wochenende feierte Italien mit viel „Pomp und Trara“ den sogenannten Tag der Befreiung von Faschismus und vom Nationalsozialismus – auch in Süd-Tirol durfte dabei viel Trikolore nicht fehlen. Was man in Italien jedoch unter der Befreiung vom Faschismus versteht, zeigt sich nur wenige Tage später. In der großen italienischen Tageszeitung „Giornale di Vicenza“ findet man den Aufruf zum Gebet für Benito Mussolini, der genau heute vor 76 Jahren erschossen wurde. Geschmackloser geht es wohl kaum…

Auch in Süd-Tirol wird der italienische Feiertag am 25. April gerne dazu missbraucht, um an die Gräueltaten der „bösen Deutschen“ zu gedenken, wenn es dann aber darum geht, auch den italienischen Faschismus und seine Verbrechen zu verurteilen, nimmt man es mit der Vergangenheitsbewältigung nicht mehr so genau. Davon zeugen nicht zuletzt die noch immer bestehenden faschistischen Denkmäler, Straßen- und Ortsnamen in Süd-Tirol. Auch das Gedenken am faschistischen Konzentrationslager „Campo Isarco“ in Blumau wird einfach ignoriert, lieber gedenkt man mit der Trikoloreschleife vor der Mauer des „deutschen Durchgangslagers“ in Bozen.

Dass in Italien die Verharmlosung des Faschismus Tradition hat, ist nichts neues, wenn man in Süd-Tirol aber ein einseitiges Gedenken unterstützt und überdies die Beibehaltung der faschistischen Relikte und Namen akzeptiert, nur weil man glaubt, dass eine Entfernung und somit eine Geschichtsaufarbeitung den Italienern nicht zumutbar wäre, macht man sich mitschuldig an der Verharmlosung und der Verhöhnung der Opfer von Faschismus und Nationalsozialismus.

L.-Abg. Sven Knoll
Süd-Tiroler Freiheit.

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