„Ich war kein Mensch mehr…“

Serie: Zeitzeugen berichten in Briefen über die Folterungen

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Die Süd-Tiroler Freiheit erinnert an die schweren Folterungen, die nach der Feuernacht vor 60 Jahren in Süd-Tirol begangen wurden. Dutzende Süd-Tiroler wurden von den Carabinieri misshandelt. Franz Höfler (28) und Anton Gostner (42) starben an den Folgen der Torturen. Die Bewegung veröffentlicht nun acht Tage lang jeweils um 18.00 Uhr einen Folterbrief auf der Webseite.

Die Briefe wurden von den misshandelten Häftlingen geschrieben und konnten aus dem Gefängnis geschmuggelt werden. Es gelang, die Folterknechte vor Gericht zu bringen. Passiert ist ihnen aber nichts: sie wurden freigesprochen und später befördert. Niemand wurde jemals zur Rechenschaft gezogen! Die Misshandlungen erfolgten mit ausdrücklicher Billigung der italienischen Behörden. Innenminister Mario Scelba lobte den „Einsatz“ der Carabinieri mit den Worten: „Il plauso della nazione tutta” (der Applaus der ganzen Nation).

Die Schilderungen von damals machen noch heute sprachlos: an Lippen und Genitalien ausgedrückte Zigaretten, tagelanges Stehen mit ausgestreckten Armen, Faustschläge und Fußtritte am ganzen Körper, tagelanger Entzug von Essen, Trinken und Schlaf, Folter mit Zangen und Riemen, Einflößen von Salzwasser und Fäkalien in den Mund, Elektroschocks, Streckfolter…

Die ausgewählten Briefe stammen aus dem Buch „Für die Heimat kein Opfer zu schwer / Folter – Tod – Erniedrigung: Südtirol 1961 -1969“. Das Buch von Dr. Helmut Golowitsch mit Hintergrundinformationen und vielen weiteren Folterbriefen kann im Webshop der Süd-Tiroler Freiheit erworben werden.

Die Süd-Tiroler Freiheit ist überzeugt: der Einsatz unserer Freiheitskämpfer und die Taten der Carabinieri dürfen niemals in Vergessenheit geraten.

Stefan Zelger, Mitglied der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit.

Das Standardwerk zu den Folterungen: Für die Heimat kein Opfer zu schwer

Diese Dokumentation schildert das Schicksal der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer, die in den 1960er Jahren durch ihre Anschläge das Schicksal Süd-Tirols zum Besseren gewendet hatten und – in die Hand der Carabinieri geraten – Schreckliches durchmachen mussten. Erstmals werden die Folterberichte in ihrer Originalfassung wiedergegeben, darunter auch Briefe von Sepp Kerschbaumer, dem charismatischen Anführer der Erhebung. Bisher geheim gehaltene Dokumente belegen, dass die offizielle Politik auf österreichischer und Süd-Tiroler Seite Folterbriefe unterdrückt hatte, um sie für politische Tauschgeschäfte verwenden zu können.

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