Energieversorgung

Blackout-Übung in Nord-Tirol – Wie gut steht Süd-Tirol da?

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Morgen findet in Nord-Tirol eine groß angelegte Blackout-Übung statt. Beteiligt sind dabei mehrere Bundesländer Österreichs, sowie das Innen- und Verteidigungsministerium. Unter Blackout versteht man einen längerfristigen Stromausfall. „In Nord-Tirol wird für den Ernstfall geübt. Wie gut steht Südtirol da?“, fragt sich Peter Gruber von der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit.

Der Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit Pustertal, Bernhard Zimmerhofer, erinnert in diesem Zusammenhang an die mehrtägigen und sehr kostspieligen Stromausfälle nach dem Schneechaos im November 2019. Im Masterplan des Landes Süd-Tirol zur Modernisierung der Infrastrukturen für den Transport und die Verteilung elektrischer Energie heißt es zur Lage im Pustertal wörtlich: „Die Hochspannungsnetze sind über weite Strecken veraltet und damit in einem problematischen Zustand!“ Eine weitgehend gesicherte Überlandtrasse bzw. unterirdische Verlegung der Leitungen würde Abhilfe schaffen.

Außerdem hat der Europäische Rat alle Mitgliedstaaten aufgefordert, die Stromleitungen so auszulegen, dass mindestens 10 Prozent ihres erzeugten Stroms grenzüberschreitend in Nachbarländer weitergeleitet werden kann. Dieser Stromverbund würde nicht nur dem Austausch von Energie und zur Versorgungssicherheit zwischen europäischen Ländern dienen, sondern es würde auch zu einer Annäherung der Energiepreise beitragen.

Bisher ist Europa von einem großflächigen Stromausfall verschont geblieben. Das Risiko sollte aber nicht unterschätzt werden. Die Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken in Deutschland, der langsame Ausbau von Erneuerbaren Energien und das Fehlen von großen Energiespeichern tragen zu einer Erhöhung dieses Risikos bei. Im Worst-Case-Szenario könnte es in ganz Europa einen Stromausfall geben. Das Wiederhochfahren aller Kraftwerke und die Rückkehr zur Normalität könnte Wochen andauern. „Es ist wichtig, dass sich Verwaltung und Bevölkerung auf ein solches Szenario ausreichend vorbereiten.“, erklärt Gruber.

Das Land Süd-Tirol hat sich bereits in mehreren Workshops von 2013-2017 mit diesem Thema beschäftigt. Die Ergebnisse wurden im Dokument „Verwundbarkeit und Resilienz der kritischen Infrastrukturen in Südtirol Blackout Strategische Maßnahmen“ veröffentlicht. Darin wurde eine Reihe von Maßnahmen definiert, die zur Risikominimierung bzw. dem Krisenmanagement beitragen sollen. „Dieses Papier ist eine gute Basis, um Süd-Tirol sicher für einen Blackout zu machen. Wichtig ist aber, dass die Maßnahmen auch umgesetzt werden und nicht nur leere Worte in einem Dokument bleiben. Wir werden deshalb eine Anfrage im Landtag zu dieser Thematik einreichen.“, betont Gruber abschließend.

Peter Gruber, Landesjugendsprecher und Mitglied der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit.
Bernhard Zimmerhofer, Bezirkssprecher Süd-Tiroler Freiheit Pustertal.

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