Vertane Chance

Kein Zeichen gegen Kriegsverbrechen und Geschichtsrelativierung!

Die Mehrheit im Süd-Tiroler Landtag hat heute einen Begehrensantrag der Süd-Tiroler Freiheit abgelehnt, mit welchem erreicht werden sollte, dass Süd-Tirol den neuen Alpini-Gedenktag ablehnt und sich nicht an den Feiern beteiligt.

Kürzlich hat das italienische Parlament – mit freundlicher Unterstützung der SVP-Senatoren – nämlich beschlossen, künftig am 26. Jänner einen Alpini-Gedenktag abzuhalten, um damit an die Schlacht von Nikolajewka vom 26. Jänner 1943 zu gedenken. In dieser Schlacht kämpften Alpini zusammen mit Hitler-Truppen im rassenideologischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Zahlreiche Kriegsverbrechen und die Auslöschung von zwei Dörfern durch die Alpini sind im Zusammenhang mit der Schlacht von Nikolajewka dokumentiert!

„Selbst italienische Historiker sind entsetzt und sprechen von einem ‚Tiefpunkt der italienischen Erinnerungskultur‘. Scharfe Kritik kam auch von der Vereinigung der ehemaligen KZ-Häftlinge“, gab der Landtagsabgeordnete Sven Knoll zu bedenken. Und die Landtagsabgeordnete Myriam Atz Tammerle ergänzte: „Gerade für Süd-Tirol, mit seiner wechselvollen Geschichte, ist so ein Gedenktag ein besonders schmerzvoller Stich ins Herz!“

Die Süd-Tiroler Freiheit wollte deshalb erreichen, dass zumindest Süd-Tirol diesen Gedenktag nicht mitträgt und sich gegen ebendiesen ausspricht.

Während die italienischen Landtagsabgeordneten – von ganz links bis ganz rechts – einmal mehr mit Relativierungen und Geschichtsvergessenheit glänzten („Heroische Alpini“, „große Opferbereitschaft“, „Kindereien“), flüchtete sich die SVP in Ausreden, wonach der Bezug auf den 26. Jänner im italienischen Parlament bald gestrichen werde und es deshalb keinen Antrag brauche.

Die Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit ließen das nicht gelten: „Die Wahl des Datums war kein Zufall, sondern Ausdruck einer Geisteshaltung! Im Gesetzestext geht es klar um die Würdigung der Alpini im Zweiten Weltkrieg. Und dass sich das Süd-Tiroler Landesparlament nicht dazu durchringen konnte, diese Abscheulichkeiten zu verurteilen, ist ein weiteres Armutszeugnis der SVP und ein Hohn für die Opfer von Faschismus und Nationalsozialismus!“

Süd-Tiroler Freiheit, Landtagsklub.

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