Brixen

Kriegsverbrecher bleibt Ehrenbürger

Gennaro Sora: Ein Kriegsverbrecher, der einen grausamen Vernichtungskrieg in Abessinien führte. Doch die Gemeindeverwaltung von Brixen ist bis heute nicht bereit, Sora die vom damaligen „Podestà“ verliehene Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. Dies ergab eine Anfrage der Gemeinderatsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit.

Jährlich gedenkt die Gemeindeverwaltung der Opfer der Gräueltaten des Dritten Reiches. „Die Wirkung dieser Gedenkveranstaltungen verblasst jedoch, wenn man einst stark verbündete Freunde Mussolinis immer noch mit einer Ehrenbürgerschaft huldigt“, kritisiert Stefan Unterberger, Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Brixen.

Bereits in der Vergangenheit wurde die immer noch vorhandene Ehrenbürgerschaft von Gennaro Sora kritisiert, auch vom ehemaligen Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit, Hartmuth Staffler.

Sora war mitverantwortlich am Massaker von Gaia Zeret im Jahr 1939. Dabei wurden fast 1.500 Menschen – vor allem Frauen, Kinder und Alte – mit Giftgas, Flammenwerfern und Gewehren abgeschlachtet.

„Es ist ein Hohn für die Opfer des Abessinien-Krieges, dass die Gemeindeverwaltung immer noch an der Ehrenbürgerschaft von Gennaro Sora festhält. Es ist höchst an der Zeit – sofern man an einer bestimmten Glaubwürdigkeit interessiert ist – sich von der Vergabe der Ehrenbürgerschaft zu distanzieren.“, betont Unterberger.

Stefan Unterberger, Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Brixen

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„Doppelpass spaltet Gesellschaft nicht!“
Tiroler Stimmen | 2-2022

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