Schlanders

Polemik um Kasernen-Abriss: Mitbestimmung der Bevölkerung gefordert!

Der Bezirk Vinschgau der Süd-Tiroler Freiheit bezeichnet das Verhalten des Bürgermeisters von Schlanders, der den Abriss der Drusus-Kaserne in einer Nacht und Nebelaktion durchführen wollte, als äußerst fragwürdig und politisch unklug. Für den Abriss der Drusus-Kaserne − die ein optischer und geschichtlicher Schandfleck im Vinschgau ist − gibt es gute Gründe, zu denen man aber offen stehen sollte, anstatt in der Nacht die Bagger auffahren zu lassen.

Bei den Bürgern der Gemeinde Schlanders fruchteten in den vergangenen Jahren viele Ideen und Projekte, die die Zukunft dieses Areals bestimmen sollten. So hätte man vorab einfach die gesamte Bevölkerung direkt miteinbinden können, um einen passenden Konsens zu finden. Die getätigte Machtdemonstration des SVP-Bürgermeisters schädigt so nur das Vertrauen in die Politik und in die Demokratie.

Zudem zeigt man auch sein Unverständnis darüber, dass das Denkmalamt den Abriss der Drusus-Kaserne nur deshalb gestoppt hat, weil es sich um ein faschistisches Bauwerk handelt. Das Denkmalamt handelt hier völlig einseitig, denn jedes Jahr werden in Süd-Tirol teils jahrhundertealte Bauwerke abgerissen und unwiederbringlich zerstört, ohne dass das Denkmalamt eingreift. Faschistische Bauwerke sind nicht automatisch schützenswert.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Denkmalamt hauptsächlich immer nur dann eingreift, wenn es um den Erhalt von faschistischer Bausubstanz geht, während „nichtitalienische“ Bauten offenbar weniger wertvoll sind.

  • Wo war das Denkmalamt, als in Welsberg das über 700 Jahre alte Gerichtsgebäude abgerissen wurde?
  • Wo war das Denkmalamt, als in Bozen das Christanell-Haus und die Negrelli-Halle abgerissen wurden?
  • Wo war das Denkmalamt, als in den letzten Jahren viele alte Höfe im ganzen Land abgerissen wurden?
  • Wo war das Denkmalamt, als denkmalgeschützte Gebäude wie das Wildbad in Innichen einfach dem Verfall preisgegeben wurden?

Die Überlegung des Denkmalamtes, die Drusus-Kaserne nun so als halbabgerissene Bauruine stehen zu lassen, ist jedenfalls kategorisch abzulehnen. Denn die Gemeinde Schlanders braucht jetzt nicht eine unbewohnbare faschistische Ruine, sondern ein Projekt aus der Bevölkerung, das die breite Mehrheit mitträgt und unterstützt.

Bezirk Vinschgau der Süd-Tiroler Freiheit

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