Spendenaffäre

Kompatscher soll für Klarheit sorgen, anstatt um sich zu schlagen

Die Süd-Tiroler Freiheit hat sich mit der Aufdeckung der gesamten SVP-Wahlkampfspendenliste den Unmut von Landeshauptmann Kompatscher zugezogen. Es steht der Verdacht im Raum, dass es für die Spenden politische Gegenleistungen gegeben hat. Die Reaktionen von Kompatscher und der SVP, die nun mit Ausfälligkeiten und polemischen Schuldzuweisungen reagieren, sind höchst unprofessionell und verdächtig. Um für Klarheit zu sorgen, braucht Kompatscher nur selbst alle Wahlkampfspenden der SVP ─ auch jene unter 5.000 Euro ─ zu veröffentlichen.

Wenn Landeshauptmann Kompatscher nun behauptet, dass er für den Landtagswahlkampf 2018 angeblich gar keine Spendengelder erhalten hat, muss er der Öffentlichkeit erklären, warum in der Spendenliste der SVP, die der Süd-Tiroler Freiheit zugespielt wurde, „Direktspenden an den Landeshauptmann“ verzeichnet sind.

Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Aufklärung, umso mehr, wenn es um Steuergelder geht. Wenn Unternehmen, die eine Spende an die SVP und den Landeshauptmann zahlen, kurz darauf öffentliche Beiträge oder Aufträge des Landes erhalten, erhärtet sich der Verdacht, dass es für die Spenden eine Gegenleistung gegeben hat.

Wie erklärt Landeshauptmann Kompatscher der Öffentlichkeit beispielsweise, dass eine Marketingagentur, die für den Wahlkampf 2.000 Euro gespendet hat, nach den Wahlen von der Landesregierung einen Auftrag von über 40.000 Euro erhält? Alles nur Zufall?

Anstatt die Süd-Tiroler Freiheit zu beschimpfen, die als Opposition ihrer Hauptaufgabe, die Regierung zu kontrollieren, nachkommt, sollte sich Landeshauptmann Kompatscher besser die Frage stellen, welchen Stellenwert er inzwischen in seiner eigenen SVP einnimmt, denn die Liste wurde schließlich von SVP-internen Kreisen an die Süd-Tiroler Freiheit weitergeleitet…

L.-Abg. Sven Knoll,
L.-Abg. Myriam Atz-Tammerle,
Süd-Tiroler Freiheit.

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Qualitativ ja, quantitativ nein!
Kompatscher beschädigt Europaregion Tirol.

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