Südtiroler Heimatbund

Besuch der Gedenkstätten der italienischen Einigungskriege

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Leider kaum zur Kenntnis genommen befinden sich entlang der Autobahn von Verona nach Mailand 3 wichtige Gedenkstätten bzw. Schlachtfelder der italienischen Einigungskriege zwischen Piemont-Sardinien und Österreich- Ungarn. In einer Zeit, in der an allen Ecken und Enden der Welt Kriege und Vertreibungen stattfinden, wollte der Südtiroler Heimatbund außerdem am internationalen Denkmal des Roten Kreuzes ein Zeichen für Menschlichkeit setzen. Die Reiseleitung der Kulturfahrt hatte dankenswerterweise der Landeskundler und Heimatpfleger Georg Hörwarter übernommen.

Ein Reisebus brachte die zahlreichen Mitglieder und Interessierten vor einigen Tagen nach Custozza, heute ein malerisches und fruchtbares Weinbaugebiet, aber auch ein ehemaliges Kriegsgebiet. Es kann durchaus als ein Massenfriedhof bezeichnet werden.

Am 25. Juli 1848 gab es hier während des ersten italienischen Unabhängigkeitskrieges eine Schlacht zwischen dem Heer von Sardinien Piemont und dem Kaiserreich Österreich. Feldmarschall Josef Enzel Graf Radetzky gelang es, das sardische Heer zu besiegen. Aus Anlass dieses Sieges komponierte Johann Strauss daraufhin den weltbekannten Radetzkymarsch. Mehr als 2.400 Menschen starben oder wurden bei dieser Schlacht verwundet.

San Martino della Battaglia ist eine bombastische Gedenkstätte mit einem 63 Meter hohen Aussichtsturm und dem einstigen König von Italien Viktor Emanue II. gewidmet. Im Keller des Turms wurden die in den umliegenden Wiesen gefundenen Gebeine und Schädel der Gefallenen aufgeschichtet. Ein makabrer Anblick.

In Brescia, der zweitgrößten Stadt der Lombardei, heuer mit Bergamo Kulturhauptstadt Italiens, hatte Reiseleiter Hörwarter in einer ehemaligen Kirche das Mittagessen bestellt. Auch wenn die christlichen Symbole entfernt worden waren, war die Atmosphäre im Speisesaal eigenartig.

Beim Besuch der Stadt wurde die Reisegruppe auch auf sogenannte Stolpersteine in der Via Musei aufmerksam, die an Terrorismusanschläge erinnern sollen. Unter den Opfern werden auch Tote der sechziger Jahre, so etwa Francesco Gentile, Bruno Bolognesi und Vittorio Tiralongo genannt. Roland Lang wird in Bezug auf diese Namen einen Brief an den Bürgermeister von Brescia schreiben. Die Stadt muss über die neuesten Forschungsergebnisse bezüglich der Umstände, bei denen diese Staatsdiener ums Leben kamen, aufgeklärt werden.

Solferino, unser nächstes Ziel, ist ebenfalls eine bedeutende Kriegsgräber- und Gedenkstätte. Hier hat es den Schweizer Henri Dunants, der nach der Schlacht von Solferino (24. Juni 1859) das Gebiet besuchte, das gesehene große Leid dazu bewogen, zusammen mit Gleichgesinnten das Rote Kreuz zu gründen.

Um Henri Dunants und alle Mitarbeiter zu ehren, die sich seitdem im Zeichen des Roten Kreuzes für Kriegsopfer, Verfolgte, Vertriebene und Internierte einsetzen, legten die Vertreter des SHB an der Gedenkstätte ein weiß- rotes Blumengebinde nieder.

„Wenn hier vor mehr als gut 150 Jahren ein beherzter Humanist und Menschenfreund wie Henri Dunant auf den makabren Schlachtfeldern eine Friedensmission entdeckt hat dann ist das für die Nachwelt ein wahrer Segen“, so Reiseleiter Hörwarter in einer kurzen Rede vor dem Denkmal.

„Die Gründung des Internationalen Roten Kreuzes ist als ideelle Tat nicht hoch genug einzuschätzen sie ist ein wahres Werk des Friedens.

Hier an der Gedenkstätte ist das Rankenwerk um das gläserne Rote Kreuz als wahres Netzwerk der vielen helfenden Hände und Mitgliedsländer zu erkennen. Die jeweils ländertypischen Steine aus den Mitgliedsländern sind so symbolisch gesehen wahre Bausteine einer humanen Weltorganisation.

Den Menschen der Zukunft soll diese Gedenkstätte von jeglichem Krieg und Völkerknechtung abschrecken, es solle wahre Friedensarbeit und Mitmenschlichkeit über diese einstigen Schlachtfelder wachsen und gedeihen.“ 

Der letzte Besuch galt der Veroneser- von uns Bearner Klause genannt. Danach ging es, vollgepackt mit neuem Geschichtswissen, aber trotzdem guter Laune, wieder nach Hause.

Reiseleiter Georg Hörwarter wurde als Dank und Anerkennung für diesen Kulturausflug ein guter Tropfen sowie ein Buch überreicht.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

Faschistische Post vom Landeshauptmann.
Gemeinden sind von Reschenbahn begeistert.

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